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02. Januar 2008

Radiohead wollte mehr Kontrolle, nicht mehr Geld haben

Die Berichterstattung der britischen 'The Times' über Radiohead und deren Auseinandersetzung mit der EMI stellt sich im Nachhinein als lückenhaft recherchiert und im Ergebnis als falsch heraus. Die Verlängerung des Vertrages ist nicht an überhöhten Gagenforderungen gescheitert, vielmehr wollten die Gruppenmitglieder mehr Kontrolle über ihr eigenes Produkt bekommen.

Die Aussage, dass die Weiterführung der Zusammenarbeit zwischen der EMI und der Gruppe wegen den ausgeschlagenen 3 Millionen britischen Pfund gescheitert wäre, ist laut Sänger Yorke schlichtweg falsch. Thom Yorke ließ sich auf der offiziellen externer Link in neuem Fenster folgtWebsite zu einem sehr emotionalen Kommentar hinreißen:

"Zu eurer Information: Wir haben bei unserer ehemaligen Plattenfirma nicht eine Masse an Geld eingefordert, damit wir den Vertrag erneut unterschreiben. Das ist eine Lüge. The Times in Großbritannien sollte ihre Fakten besser überprüfen, bevor sie einen solchen Dreck bringen. Wir verlangten nach mehr Kontrolle über unsere Arbeit und wie diese zukünftig von ihnen (EMI) verwendet werden würde. Das erschien uns als angemessen, weil uns die Sache sehr wichtig ist.

Mister Hands war nicht interessiert, wir auch nicht. Wir haben uns bekreuzigt und sind dann weggegangen, leider. Wir sind wegen diesem Unsinn, der verbreitet wurde, sehr wütend. Solchen Blödsinn zu verbreiten oder höflicher gesagt, die eigene Schmutzwäsche in der Öffentlichkeit zu waschen, erscheint mir für den Leiter einer internationalen Plattenfirma eine merkwürdige Methode zu sein.
(...)"

Stellt sich die Frage, ob die EMI bzw. dessen Manager Guy Hands auf diesen Angriff überhaupt offiziell reagieren wird. Denn die Unternehmensleitung ist derzeit anderweitig eingespannt. Wegen der anhaltenden Finanzkrise wurden jüngst Stellenkürzungen für 2008 angekündigt. Das schnell wachsende Online-Geschäft kann die Einbußen durch die Einbrüche beim herkömmlichen CD-Absatz keineswegs ausgleichen. Etwas über 20 Prozent weniger Alben konnten im Vergleich zum Vorjahr abgesetzt werden, so das US-Magazin "Variety". Im letzten Jahr hatte Paul McCartney das Label verlassen, auch Robbie Williams hatte bereits öffentlich angedeutet, nicht unbedingt beim Unternehmen bleiben zu wollen.

  • 2 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von gullinews Im letzten Jahr hatte Paul McCartney das Label verlassen, auch Robbie Williams hatte bereits öffentlich angedeutet, nicht unbedingt beim Unternehmen bleiben zu wollen. Wenn dem so ist, sollte sich die Plattenfirma doch mal auf Kompromisse einigen. Aber die Majors sind ja eigentlich immer sturr und unflexibel -> veraltet

    Wandang am 03.01.2008 00:38
  • Die Ratten verlassen das sinkende Schiff ... Also ist nicht unbedingt auf radiohead anzuwenden passte aber so schön

    Mr.Harmlos am 03.01.2008 01:45
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