Allmählich sickern die Gerüchte durch, warum die britische Rockgruppe Radiohead im Herbst dieses Jahres ihre ehemalige Plattenfirma EMI verlassen hat. The Times berichtet, der neue Geschäftsführer des Unternehmens, Guy Hands, hätte es abgelehnt den Gruppenmitgliedern nachträglich das Urheberrecht über ältere Alben wie 'OK Computer' und andere zu verleihen. Dies hätte außergewöhnliche Kosten verursacht, so ein Sprecher von EMI. The Times spricht von umgerechnet ca. 13,57 Millionen Euro. Auch hätte es Streitigkeiten wegen der Vorauszahlung des aktuellen Albums gegeben. Die angebotenen 3 Millionen Pfund wären den Gruppenmitgliedern nicht genug gewesen, weswegen man 'In Rainbows' als 'pay-what-you-like'-Download selbst vermarktet hat.
"Wir konnten nicht weiter mit EMI zusammenarbeiten, weil Guy Hands es unwiderruflich ablehnte, mit uns in einer sinnvollen Art und Weise über unsere Forderungen zu sprechen. Wir haben 25 Millionen Platten verkauft und besitzen die moralischen Rechte an den sechs Alben. Es sollte zur Sprache kommen, wie diese ausgenutzt wurden. Es ging uns nicht um eine große Vorauszahlung oder garantierte Ausgaben für das Marketing. Aber unsere Diskussionen ist so weit nicht gekommen."
Auch ließ der Manager verlautbaren, dass noch andere bekannte Künstler in Erwägung ziehen würden, von der EMI abzuspringen. Den Tantiemen der Künstler werden laut der
Times auch bei online verkauften Musiktitel Kosten für die Verpackung abgezogen. Laut Bruce Edge würden sich einige Interpreten sehr über den schwer nachvollziehbaren Abzug ihrer Einkünfte ärgern. Der frühere Vertrag sah auch keine Vergünstigungen für online verkaufte Titel vor. "Es ist keine Überraschung, wenn Künstler ihre Arme gen Himmel werfen", kommentiert der Manager von Radiohead die Situation. Anlässlich des Hypes um das im Web vermarktete Album "In Rainbows" verschickte EMI Briefe an ihre unter Vertrag stehenden Interpreten und Gruppen wie Robbie Williams, Kylie Minogue, Coldplay und die Gorillaz. Man betonte im Anschreiben die Wertschätzung der Zusammenarbeit zwischen den Künstlern und den global agierenden Mitarbeitern des Unternehmens. Das primäre Ziel des Schriftwechsels war es aber, die kontaktierten Künstler beruhigen.
Thom Yorke & Co. gehen nächstes Jahr in ihrem Heimatland auf Tour, umgerechnet satte 58 Euro soll der Eintritt pro Person kosten.
Selbst die Tickets für ein Konzert von The Artist Formerly Known As Prince in einer riesigen Arena in London waren günstiger.
Der Manager hält den Eintritt für gerechtfertigt. Radiohead würde nicht auf Tour gehen und Geld dabei verlieren wollen. Vergleichbare Künstler würden ähnlich viel für ihre Konzerte verlangen, Qualität habe eben ihren Preis.
... wie ich schonmal im blog berichtet habe hat radiohead emi vor längerer zeit verlassen. allmählich sickert auch immer mehr durch warum. es ist auch ein schöner satz drin der zeigt wie sinnloos und skupellos die meissten labels mit ihren künstlern umge ...
58 Euro sind heftig. Aber hey, das ist die beste Band der Welt Und wieviel verlangen Joe Cocker, Madonnna, Tina Turner, die Rolling Stones, U2? Das Dreifache. Ist ja ein allgemeiner Trend: Über die Plattenverkäufe verdient man ja nicht mehr sooo viel (aber immer noch mehr als genug, nech?), dann holt man sich über die Tour noch den dicken Weihnachtsbonus. Und weil man ein Konzerterlebnis ja nicht downloaden kann, zahlen die Leute ja ...
Ich habe mir heute zum ersten mal seit Jahren wieder ein Album gekauft und zwar „In Rainbows“ von Radiohead. Ich finde solche Aktionen gehören einfach unterstützt und ich würde mir wünschen, dass es mehr Bands, die sich wie Radiohead oder Nine Inch Nails gegen die Plattenindustrie und ihre Kriminalisierung der Allgemeinheit wenden, geben würde. Ich glaube nicht, dass ich mir die Platte gekauft hätte ohne diese Umsonst-Aktion, obwohl Radiohead ...