gulli: QWest: Klagen über P2P-Traffic übertrieben
29. März 2006

QWest Klagen über P2P-Traffic übertrieben

Probleme gehyped, Dienste selbst angeboten

Filesharingtraffic wird in jüngster Zeit gerne als Problem gehyped: über die Hälfte des Netztraffics sei inzwischen auf Filesharingapplikationen zurückzuführen, die Qualität anderer Netzdienste leide darunter, so die häufige Klage von Serviceprovidern und Backbonebetreibern. Trafficshaping und P2P-Filter seien die Lösung. Das sei alles stark übertrieben, halten Qwest und Verizon dagegen.

Mit dem anwachsenden Traffic müsse man sich selbstverständlich auseinandersetzen, so Verizon-CTO Mark Wegleitner. Man reagiere jedoch eher als zu agieren, Stauungen gehe man an, wenn sie anfallen. Der Qwest-CTO Pieter Poll geht gar einen Schritt weiter: "Ich bin nicht davon überzeugt, dass es überhaupt zu Stauungen im Netz kommt, auch wenn klar das Potential dazu vorhanden ist". Er habe sich die Trafficzusammensetzung bei Quest angesehen und kommt bislang zu anderen Ergebnissen, als die über P2P-Traffic klagenden ISPs vermuten lassen:

"Ich sah, dass der Traffic deutlich unter dem liegt, was manche in der Industrie beschreiben. Ich meine, man hört Behauptungen, dass P2P-Traffic deutlich zweistellige Anteile hätte, und es war nicht mal nah dran".

Skeptisch gegenüber den Klagen sollte auch die oft gegenteilige Praxis vieler Anbieter machen. Dem Hype um P2P-Trafficprobleme steht die eigene Nutzung der missliebigen Protokolle gegenüber. AOL USA bietet einen P2P-basierten Videodienst an, ntl liefert Content per P2P an die Kunden aus, und Sandvine, die selbst Produkte zum Trafficshaping anbieten, empfehlen Breitbandprovidern, ins VoIP-Geschäft einzusteigen. Eins der beliebtesten Protokolle dafür: Skype. Es basiert auf dem KaZaA-Protokoll FastTrack.

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