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22. Mai 2007

Public Domain 147 Stasimethoden im Detail

Am 3. Juni findet ab 15 Uhr im Bunker Ulmenwall in Bielefeld ein Public Domain zum Thema Stasimethoden statt. Der Verein FoeBuD hat Arthur Meister, Gründungsmitglied der Sportfreunde der Sperrtechnik e .V. aus Hamburg für seinen Vortrag eingeladen. Im Verlauf der monatlich organisierten Veranstaltung erläutert Arthur Meister wie die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit zu Zeiten der DDR heimlich und unbemerkt Schlösser und Türen geöffnet und Personen beschattet haben. Von der Aufklärung des "Objektes" mittels spezieller Fotoapparate, über die operative Erstöffnung und die Herstellung von Nachschlüsseln bis zum verdeckten Einsatz z.B. zur Anbringung von selbst entwickelten Abhörgeräten wird ausführlich berichtet. Der Eintritt kostet 5 Euro, für Besucher unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

Die Funktionäre der Stasi hatten diverse Aufgaben zu erledigen. So sollte laut eines Beschlusses des SED-Politbüros von 1953 die Aufklärungsarbeit in Westdeutschland und Westberlin durchgeführt werden, um aus allen wichtigen Institutionen wie der ehemaligen Bonner Regierung, der Industrie, Forschung etc. Informationen zu gewinnen. Nach außen hin sollte die Stasi eine aktive Spionageabwehr und Abwehr von Anschlägen privater und staatlicher Organisationen gewährleisten und das öffentliche Leben im feindlichen Westen durch Streuung von gezielten Desinformation beeinflussen. Deutlich spannender und aktueller sind aber die früheren Aufgaben der Mitarbeiter nach innen hin.

Primär galt deren Augenmerk der Kontrolle, der so genannten "Absicherung" und Überwachung der Bürgerinnen und Bürger der DDR. Potenziell oppositionelle Kreise sollten ausgemacht und zerschlagen und die Überwachung aller wichtigen Personen wie Diplomaten, akkreditierter Pressevertreter und Geschäftsleute sowie möglichst aller normalen Bürger gewährleistet werden. Schutz des Staates und seiner Organe also durch intensive, verdeckte Ermittlungen und totale Kontrolle. In diesem Zusammenhang sind die vielfältigen Forderungen von Minister Schäuble nach vermehrten Eingriffen in die Privatsphäre der Bürger in der Blogosphäre nicht zufällig mit der Bezeichnung "Stasi 2.0" tituliert worden.


Datenkraken nominieren!

Um ein solches Szenario zu verhindern wurden die BigBrother Awards ins Leben gerufen. So werden bis zum 15. Juli auch noch Vorschläge für die Verleihung der Awards für 2007 angenommen. Payback, der Metro-Konzern, die GEZ und Microsoft - sie alle haben ihn schon verliehen bekommen. Und auch wenn Otto Schily außer stasi, spion, staatssicherheit, überwachung, kontrolle, orwellKonkurrenz läuft und sich Wolfgang Schäuble durch seine Aktivitäten bereits hochgradig qualifiziert hat, so werden noch immer Vorschläge für die übelsten Datenkraken entgegen genommen. Die Verleihung am 12. Oktober durch Vertreter diverser Vereine und Organisationen wird sicherlich ein ähnlich kurzweiliges wie interessantes Happening wie das im Vorjahr werden. Bleibt zu hoffen, dass sich vielleicht in diesem Jahr aufgrund der Aktualität dieses Themas ein paar Vertreter und Kameras von großen Fernsehsendern dorthin verirren werden. Datenschutz ist zwar immer aktuell, aber noch nie ist dieses Thema so häufig wie im Moment in den Medien behandelt worden.

  • 3 Kommentare zum Artikel
  • Mr. Hot Wheels macht sich grade selbst total zum Affen, indem er vor zunehmender Netzspionage warnt http://www.heise.de/security/news/me...058/from/rss09 Wie geil ist das denn...

    ruler³ am 22.05.2007 17:38
  • [ironie] Na klar, es darf nur Einen geben...... der spionieren darf. Aber selbst legt er sich abhörsicher Handys zu. Irgendwie halte ich Stasi2.0 für leicht chizo... Schade dass der Vortrag so weit weg ist. Der hätte mich schon interessiert. Man möchte doch gerne sehen, wie alles angefangen hat. Später wird man dann, wie in Computerkreisen schwärmen: Weist du noch.... VC64 .... Peek und Poke... [/ironie] Gruss Moses.

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