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13. November 2006
PTB gibt zu Wahlcomputer sind doch unsicherDie Gegner von Wahlcomputern bekommen weiter Oberwasser. Der für die Zulassung der Wahlcomputer zuständige Fachbereichsleiter der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, Dieter Richter, bestätigte nun die Bedenken des CCC. "Es gibt bei diesem Konzept keinen absoluten Schutz gegen Insider-Angriffe," sagte Richter. Gegenüber der Zeitschrift c't und der Nachrichtenagentur AP musste Richter nun im Interview einräumen, dass Wahlcomputer grundsätzlich manipulierbar sind. Damit bestätigte er entsprechende Ergebnisse des CCC. "So wurde 2002 in Dachau aufgedeckt, dass mehrere Kommunalwahlen von Mitgliedern der örtlichen CSU manipuliert wurden. Ohne die Möglichkeit der nachträglichen Auszählung der Wahlzettel wäre der Betrug nicht nachweisbar gewesen - eine Möglichkeit, die bei Wahlcomputern nicht mehr gegeben ist. Der Wahlskandal von Dachau wäre mit Nedap-Maschinen niemals aufgeflogen." Richter sagte zur bisherigen Haltung des Innenministeriums, dass die Wahlcomputer hinreichend manipulationssicher seien: "Wir würden jetzt, in dieser neuen Lage, dem Ministerium nicht mehr raten, die Erklärung ohne Einschränkung abzugeben." Kräftige Worte findet der CCC gegenüber den Herstellern und Prüfern. Dass Nedap und die PTB sich erdreisten, die technischen Einzelheiten und Prüfberichte der Wahlcomputer und ihrer Evaluierung geheimzuhalten, sei ein grundlegender Verstoß gegen das Transparenzgebot für Wahlen. Richter habe dazu unverblümt erklärt: "Prüfberichte sind nicht als Beschreibung angelegt, wie die Prüfung durchgeführt wurde, um sie für Dritte verständlich und nachvollziehbar zu machen, oder dass Außenstehende die Qualität oder den Inhalt der Prüfung bewerten können." NAch Ansicht des CCC eine "grundlegende Fehlkonstruktion, die im Hinblick auf die Sicherheit freier Wahlen ein unhaltbarer Zustand ist." "Der Hersteller behauptet, dass sich die Kosten für die Anschaffung von Wahlgeräten nach fünf Wahlen amortisieren würden - allerdings finden Bundestagswahlen alle vier Jahre statt. Bei der Geschwindigkeit, mit der Sicherheitslücken bei den Wahlgeräten gefunden werden, ist also zweifelhaft, ob sie so lange im Einsatz bleiben können. Belegbar sind hingegen zunächst steigende Kosten." Während die Diskussion in Deutschland trotz der völlig undurchsichtigen Strukturen bei der Wahl in Cottbus noch vor allem theoretisch geführt wird, steigen in den USA die Hinweise auf tatsächliche Manipulationen. Bei einer Bürgermeisterwahl in Arkansas stellte sich heraus, dass ein Kandidat, der für sich selbst stimmte, keine einzige Stimme bekam. Verwandte News
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