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19. April 2006

Proxyshare Highspeed-Filesharing via Proxyserver der ISPs

Vor drei Jahren wurde bereits eine kleine Revolution im Filesharing angekündigt. Proxyshare sollte Daten auf Proxyserver der verschiedenen ISPs auslagern und damit den Flaschenhals Download=Upload abschaffen. Nach zwei Anläufen 2003 und 2004 ist das Projekt nun komplett neu erstellt worden und liefert vielversprechende Testergebnisse.

Auf der Basis der Erfahrungen des ersten Anlaufs mit ProxyShare1 (2003) wurde 2004 ProxyShare2 entwickelt. Bald musste aber festgestellt werden, dass die alte Codebasis nicht zu gebrauchen war. Die Folge: seit 2005 wurde Proxyshare3 komplett neu entwickelt. 2006 fiel nun der Entschluß, das Projekt wieder öffentlich zu machen, da mit dem neuen ProxyShare Client alle Probleme der Vorgängerversionen behoben seien. gulli.com sprach mit den Entwicklern.

Die Idee ist einleuchtend: Häufig abgerufene Daten werden von vielen ISPs per Proxyserver vorgehalten, das spart Traffic und beschleunigt den Seitenabruf. Was im Web recht ist, könnte für P2P billig sein - getauschte Files, die über Proxies gecached werden, können mit maximaler Geschwindigkeit von den in der Regel mit 10 Gigabit angebundenen ProxyServern geladen werden - im Gegensatz zu den sehr langsamen Upstreams der Filesharer.

Proxyshare verspricht dies zu leisten: Dateien werden auf die Proxys geschaufelt, beim eigenen ISP zwischengelagerte Files können so mit voller Bandbreite geladen werden. Die Build 1.018 ist heute morgen released worden, der Windows-Version soll in Kürze eine Linuxvariante folgen.

Erfahrungen in der P2P-Technik bringt das Entwicklerteam mit: Emule-Mods (Hardmule) programmierte der Coder noch vor einiger Zeit, nun wird das eigene Filesharingtool entworfen, die Tests sind vielversprechend, das Angebot, wie bei einer neu gestarteten Tauschbörse hingegen noch klein. Vor allem Testfiles liegen auf den Proxies. Allein, der Punkt sei erreicht, an dem das Projekt einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden kann.

Korrupt: Kannst du in kurzen Worten umreissen, wie Proxyshare genau funktioniert? Im Groben verstand ich die Technik so, dass der Client seine Files von Proxys verschiedener ISPs laedt und diese so extrem schnell gezogen werden koennen - wie sieht es beispielsweise dann aus, wenn jemand Proxies anderer Provider nutzt, usw.?

ProxyShare: Ich habe ein P2P von Grund auf entwickelt. Wir erzielen damit das maximal mögliche an Speed mit DSL Anschlüssen wie z.B. T-DSL 6000, welches hier in Deutschland sehr verbreitet ist. In ersten Test haben wir auch maximal Speed mit DSL 16000 bekommen:

Tier1: User auf einem Lan verbunden haben bis zu 100mbit Speed
Tier2: User auf gleichem Proxy verbunden haben bis zu 16mbit Speed(*)
Tier3: User auf anderen Proxy verbunden haben bis zu 1mbit Speed
*)Tier2 ist async multicast unlimited free d.h. die Daten können zeitverzögert gleichzeitig frei und unlimitiert mit maximaler Geschwindigkeit heruntergeladen werden.

Ich wollte damit eigentlich das Beste von allem machen
1) Suche wie Esel
2) Download sehr viel schneller als Torrent
3) Nur extrem wenige Connections nötig (<10)
4) Ein freigegebener Port notwendig
5) Völlig immun gegen "Leecher"
6) Durch async Übertragung gesteigerte Sicherheit
7) Bedienung durch Sancho GUI eher einfach
8) Autoconfig aller Einstellungen, falls der eDonkey default-Port freigegeben ist (4662)
9) Lauffähig unter WindowsXP und Linux
10) Core und Gui getrennt
11) Support von Lan, WLAN, ISP-Proxy Transfer, Direkt Transfer (Tier1, Tier2, Tier3)

Bei jedem Download stehen die Daten sofort auf Tier1, Tier2 und Tier3 zur Verfügung.

Ich habe die Links nach dem Esel-Standard gemacht, d.h. man kann ed2k-Links und ed2k-Link-Webseiten verwenden (aber wir benutzen nicht das eDonkey-Netzwerk).

Wir verwenden alle benutzbaren ISP-Proxies. Die machen dann quasi einen Webseed mit Gigabit ohne Trafficlimit. Unter der Proxyliste findet man die bisher unterstützten Provider. Über die Testseite kann man nach einem Login mit ProxyShare prüfen, ob der eigene ISP unterstützt wird und ob er auch funktioniert.

Wir haben bei der Entwicklung wert darauf gelegt, dass das Client-System unabhängig ist. Dazu haben wir den Core des Programms von der grafischen Benutzeroberfläche getrennt und auf Linux und WindowXP getestet. Durch die getrennte Architektur kann man den GUI-Teil jederzeit schließen, um Ressourcen zu sparen.

Korrupt: Wird das skalieren? Wieviele Upper braucht es pro Provider, damit das System funktioniert? Wie sind die Vorhaltezeiten der Proxies, rechnet ihr mit Gegenmassnahmen der ISPs, schliesslich könnte das derbe Traffic fressen und Platz belegen?

ProxyShare: Bei ProxyShare genügt ein "upper" pro Provider. Der Traffic ist sehr ISP-freundlich, da die Verbindung zum Proxy keine Resourcen verbraucht oder Kosten erzeugt. Die Leitungen z.B. nach Amerika bleiben alle frei.
Für mich war wichtig, was zu machen, wo ALLE extrem saugen können. Alle mit 16mbit gleichzeitig.


Testdownload eines komplett auf Proxy liegenden Files

Korrupt: Jedenfalls die, die Zugriff auf den jeweiligen Proxy haben - wie kommt das File dann auf die Proxys anderer ISPs?

ProxyShare: Bei einem Tier3 Download eines Users, der nicht über den eigenen ISP verbunden ist, wird automatisch eine Kopie der Daten erzeugt, welche nun von allen Usern des eigenen ISP mit maximaler Geschwindigkeit heruntergeladen werden kann. Der User muss daher die Daten nur einmal uploaden, auch wenn es z.B. 10 Downloader bei T-Online gibt, welche die Daten downloaden wollen.

Korrupt: Wenn jemand auf die T-Online-Proxys uppt, wie solls dann jemand beispielsweise über Arcor laden können?

ProxyShare: Das geht problemlos. Der Übergang der Daten zwischen den ISPs geschieht mit langsamer Tier3-Speed.

Korrupt: Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Zum einen gibts einige Features, die in der Zwischenzeit gern gesehen sind - Verschlüsselung der Shared-Dateien, die geplante Stealthfunktion... - zum anderen sagtest du schon selber, das wegen der DL-Speeds manche Leute misstrauisch wuerden und irgendwelche Honeypots hinter der Soft vermuteten. Was für Sicherheitsfunktionen insbesondere für anonymen Upload wurden/werden implementiert, und warum soll man diesen angesichts nicht zugänglichem Sourcecode vertrauen?

ProxyShare: Bei ProxyShare3 ist Truecrypt dabei womit man ein virtuelles verschlüsseltes Device unter Windows anlegen kann. Damit kann man alle freigegebenen und heruntergeladenen Dateien sicher transparent verschlüsseln. Wenn ein Fremder den Rechner hat, ist er nicht in der Lage, ohne Kennwort auf diese Daten zuzugreifen.
Aktuell ist die Sicherheit vergleichbar oder besser als Emule oder Torrent (die Downloader sind für den Uploader unsichtbar).
Weitere Sicherheitsfeatures sind aber in Planung und kommen bald.


Die Proxyshare-GUI

Korrupt: Plant ihr Werbung, PayPal, ähnliches mehr, was sind die Motive dahinter?

ProxyShare: Geplant ist später Werbung mit Banner. Mein Hauptmotiv für Proxyshare war, das "perfekte" Filesharing zu machen. Keine Filesharinglösung, die existiert, gefällt mir richtig. Emule ist zu langsam, Torrent geht nur für wenige Files und ist auch relativ langsam. Freenet ist unbenutzbar.

Korrupt: Wie ist der Stand der Dinge bei der aktuellen Version?

ProxyShare: Der "Nachteil" ist aktuell, da wir natürlich gerade angefangen haben - wenig User/Files.
Gestern saugte ich mal ein Testfile, 350 MB mit 510k avg, in 11 Minuten. Das mal, um Zahlen zu nennen. Ist ein ganz neues Gefühl mit p2p, kann man nicht mehr vergleichen mit eMule oder Torrent.


Proxyshare-Suchfunktion

Korrupt: Danke für das Interview, und gutes Weiterentwickeln und zahlreiche Tester wünsch ich euch.

Vielversprechend klingt das allemal. Schade hingegen, dass die Sourcen nicht offengelegt werden. Die Dokumentation ist - wie regelmäßig bei noch in der Entwicklung befindlichen Projekten - noch relativ dünn, eine breitere Userschar sollte sich aber schnell mit den entsprechenden Informationen aushelfen können, wenn erst einmal mehr Erfahrungsberichte vorhanden sind. Die alten P2P-Probleme gibts nämlich auch bei ProxyShare - Routerkonfiguration und geschlossene Ports sind auch hier Gegenstand regelmäßiger Anfragen im Supportforum.

  • 33 Kommentare zum Artikel
  • Danke für die erste Antwort-Runde! Ich versuche das nochmal kurz mit meinem Halbwissen nachzuvollziehen... Zunächst, was ist gegeben? Die Caching-Proxies haben die einfache Aufgabe, die Netzlast zu reduzieren. Oft aufgerufene Internetseiten und zugehörige Graphiken werden gecacht. Ich bin mir nicht sicher, nach welchen Regeln das Caching funktioniert, ich würde das in etwa so machen: -> Zugriffe pro Sunde/(Minute?) überschreiten ...

    Dark Spirit am 21.04.2006 19:59
  • Zitat: Zitat von Dark Spirit Zunächst, was ist gegeben? Die Caching-Proxies haben die einfache Aufgabe, die Netzlast zu reduzieren. Oft aufgerufene Internetseiten und zugehörige Graphiken werden gecacht. Ich bin mir nicht sicher, nach welchen Regeln das Caching funktioniert, ich würde das in etwa so machen: -> Zugriffe pro Sunde/(Minute?) überschreiten festgesetzte Marke -> File wird für x Stunden ...

  • Ja toll aber wo kann man das prgramm downloaden?????? des möcht i mal wissen

    Torwaart91 am 31.05.2006 10:48
  • http://www.canadiancontent.net/tech/...roxyShare.html da zum Beispiel

    NOC-IB2 am 03.06.2006 18:14
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