gulli: Protest gegen Microsoft - Lobbyveranstaltung in Berlin

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19. August 2005

Protest gegen Microsoft - Lobbyveranstaltung in Berlin

Beware of the pinguins

Bei einer Lobbyveranstaltung Microsofts protestierten gestern das Netzwerk Neue Medien, die Grüne Jugend und der Chaos Computer Club. Im Berliner Abgeordnetenhaus mischten sich drei Pinguine unter die Berliner Parlamentarier, die sich zum kühlen Bier, sponsored my Microsoft. einladen ließen.

alt-f4 - Demo gegen Microsoft Bereits vor der Veranstaltung demonstrierten die Aktivisten vor dem Abgeordnetenhaus. Später wurden auch auf dem Treffen der Lobbyisten mit den Parlamentariern die Appetithäppchen mit Alt-F4 - Fähnchen verziert - auch wenn offenbar die meisten Anwesenden die Bedeutung des Kürzels offenbar nicht verstanden.

Berlin sei ein Großkunde des Konzerns, und letztendlich würde der Empfang durch die Lizenzkosten bezahlt, die Microsoft von der Stadt kriegt, so die Aktivisten. Thomas Keup von OpenOffice.org wird mit den Worten zitiert: Wer sich in Zeiten von Open-Source-Lösungen auf dem Desktop noch auf die Krake Microsoft einlässt, hat entweder nicht mitbekommen, dass München, Wien und Zürich längst auf lizenzkostenfreie Alternativen umsteigen, oder der Innensenator und sein IT-Stratege Karl-Heinz Löper wollen das Land absichtlich ausplündern. Indessen wurden die geladenen Parlamentarier nicht müde zu behaupten, man ließe sich allein durch Qualität von Software beeindrucken und habe zu dem Abend allenfalls ein offenes Ohr mitgebracht.

Pinguine im AbgeordnetenhausVon der Unvoreingenommenheit der Lobbyaktion wollten sich dann auch drei Pinguine überzeugen - allein, nach einer Minute wurde die Aktion durch die veranstaltende Lobbyagentur beendet. Der CCC fand nach der Aktion deutliche Worte: Wir fordern von Berlins regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit und Innensenator Dr. Erhart Körting mehr Mut zu Alternativen: Freie Software ist nicht nur preisgünstiger, sondern fördert auch regionale Unternehmen und ist nachhaltig innovativ. Die Umstellung erfordert zwar zunächst mehr Aufwand, ist aber langfristig günstiger, da keine laufenden Lizenzkosten anfallen. Bereits jetzt laufen in einigen Bereichen der Berliner IT wichtige System unter Linux - ein Beweis für die Praxistauglichkeit. Die Stadt München hat die Umstellung zur Chefsache gemacht.

In den Schulen müssen Alternativen zu Microsoft zumindest aufgezeigt werden anstelle blind das Monopol zu festigen. SchülerInnen sollen die Software im ITG- oder Informatik-Unterricht im Prinzip verstehen und nicht auf einen Hersteller konditioniert werden, so die Presseerklärung des CCC zur gestrigen Aktion.

Eine Dokumentation der Aktion findet sich bei netzpolitik.org.

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