Protest gegen Abgabenerhöhung: Internet-Radios in den USA schalten am Dienstag stumm

Protest gegen Abgabenerhöhung: Internet-Radios in den USA schalten am Dienstag stumm

gullinews am Sonntag, 24.06.2007 21:54 Uhr

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Die Macher von RAIN, dem Radio and Internet Newsletter organisieren nächsten Dienstag eine Protestaktion in dessen Verlauf tausende US-Radios, die ihr Programm über das Netz ausstrahlen, ihre Musik auf stumm schalten werden. Man will die Öffentlichkeit so auf die kommende Abgabenerhöhung für kommerzielle Musik hinweisen, die für viele kleinere und mittlere Sender das finanzielle Aus bedeuten wird.

Die staatliche Organisation Copyright Royalty Board (CRB) hatte im Auftrag der Rechteinhaber eine drastische Abgabenerhöhung pro kommerziellem Musiktitel bekannt gegeben, die über kurz oder lang viele kleinere Stationen in den finanziellen Ruin treiben wird. Man veranschlagt demnach rückwirkend 0,08 US-Cent pro Song und erreichtem Hörer. 2007 erhöhen sich die Gebühren auf 0,11 US-Cent pro Song und Hörer. Bis 2010 sollen sie sogar bis auf 0,19 US-Cent steigen. Alle vorherigen Regelungen werden dadurch außer Kraft gesetzt. Dazu kommen noch die Kosten für Vervielfältigungs- und Senderechte, die von den Verwertungsgesellschaften im Namen der Urheber erhoben werden. Um die Zuhörer auf die deutlichen Veränderung am Markt, die dies verursachen wird und die Stille, die auf sie zukommen könnte vorzubereiten, wird man am Dienstag zeitweise anstatt Musik einfach nichts ausstrahlen. Man hofft mit dieser Aktion die breite Öffentlichkeit informieren und Druck auf die jeweiligen Kongressabgeordneten ausüben zu können. Kurt Hanson, der Organisator von RAIN und Webcaster von AccuRadio dazu:

"In diesem Fall ist Stille eine extrem passende Metapher, weil sich genau diese Stille von den meisten Webcastern ab dem 16. Juli ausbreiten wird."

Er spielt damit auf die Tatsache an, dass sich wegen der erhöhten Abgaben sehr viele Betreiber eines Webradios dieses Unterfangen ab Mitte Juli schlichtweg nicht mehr leisten können. Die einzige Alternative dazu wäre die Ausstrahlung von freier Musik von Netlabels und anderen Titeln, die nicht kommerziell vertrieben werden. Allerdings muss man in diesem Fall im Gegensatz zu den Big Fishes, die sich das leisten können, mit Hörereinbußen rechnen. Internet-Radios wie Yahoo! Launch, Rhapsody, Pandora.org, KCRW.org, Live365, MTV Online, Radioio, RadioParadise und viele andere haben ihre Teilnahme bereits fest zugesagt.

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10 Reaktionen aus dem gulli:Board

am 25.06.2007 04:26:34:
Das ist aber wirklich ein falscher Ansatz. Gerade bei vielen Webradios werden Künstler gefördert, die sonst von der MI ignoriert werden. Gerade bei di (ich merke schon, fange schon an Werbung zu machen), werden viele kaum bis gar nicht bekannte Künstler gefeatured, die es wirklich...

Superskinny am 25.06.2007 09:00:09:
Haben wir jetzt demnächst auch die 2 Klassen-Musik?:eek: :eek:...

Mr.Harmlos am 26.06.2007 17:04:28:
nee ... Musik ohne Klasse .. darum muss man die Leute ja auch zwingen sie zu kaufen ... :D...

 

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