gulli: Prominente Professoren ergreifen Partei für Grokster und Morpheus

Anzeige

gulli:Toolbox

Voting

Worüber wollt ihr mehr News?
Netzwelt
Untergrund
Filesharing
Datenschutz
Hacking
Demoszene
Mobiles (Handy)
Linux
Feature (Gulli Glosse)
01. März 2005

Prominente Professoren ergreifen Partei für Grokster und Morpheus

Offener Brief an den Supreme Court eingereicht

In das Verfahren RIAA gegen Grokster und Morpheus, welches Ende März vor dem Supreme Court der USA zur Verhandlung kommen soll, haben sich prominente Unterstützer der Tauschbörsenentwickler zu Wort gemeldet. Edward Felten von der Universität Princeton ließ folgenden Unterstützerbrief veröffentlichen, welcher beim Supreme Court eingegeben wurde:

"Heute reichen siebzehn Professoren der Computerwissenschaften (mich eingeschlossen) eine Unterstützereingabe an den Supreme Court im Fall Grokster.Es folgt die Zusammenfassung unserer Argumentation, zitiert aus der Eingabe.

Die Unterstützer möchten die Aufmerksamkeit des Gerichts auf einige computerwissenschaftliche Punkte lenken, die die klagenden Parteien (d.h. die Film- und Musikunternehmen) aufgebracht haben sowie auf die Sicht der Unterstützer, die in Konkurrenz zu den klagenden Parteien eine Eingabe machen, um einige der technischen Vorannahmen jener zu korrigieren.

  • Erstens: Die Beschreibung des Internet der Vereinigten Staaten ist falsch. P2P-Netzwerke sind keine neuen Entwicklungen im Netzwerkdesign, sondern entsprechen dem Design, auf welchem das Internet selbst basiert.

  • Zweitens: ein P2P - Netzwerkdesign, in welchem die eigentliche Arbeit durch den Rechner des Nutzers getan wird, ist einem Design vorzuziehen, in dem Verrichtungen (wie z.B. Filterung) im Netzwerk selbst stattfinden müssen, denn ein P2P-Netzwerk kann robust und effizient sein.

  • Drittens: angesichts der Schwierigkeit, verteilte Netze zu designen, sind Fortschritte im P2P - Netzwerkdesign wie BitTorrent und und die der Vorgeladenen (d.h. Groksters und Streamcasts) Software äußerst wichtig für die Entwicklung der nächsten Generation von P2P - Netzwerken, wie beispielsweise dem durch die National Science Foundation gefördertem IRIS-Projekt.

  • Viertens: Die Annahme der Kläger, Filtersoftware würde funktionieren, berücksichtigt nicht, dass die User nicht gezwungen werden können, diese Filter auch zu installieren, dass Filtersoftware unerprobt ist und dass die User weitere Wege finden werden, die Filter zu umgehen.

  • Letztens: Während die Kläger behaupten, die Anonymität der User erschwere es, rechtliche Schritte gegen sie einzuleiten, ist in Wahrheit der Fall, dass die Kläger leicht IP-Adressen erlangen können und bereits gegen über 8.400 User Gerichtsverfahren eingereicht haben.

Da die Kläger eine Lösung anstreben, welche den Fortschritt der technischen Entwicklung behindern wird, obgleich sie andere Möglichkeiten haben, ihre Rechtsansprüche durchzusetzen, bitten die Unterstützer das Gericht, dieser Beurteilung zuzustimmen."

Die siebzehn unterzeichnenden Professoren sind Harold Abelson (MIT), Thomas Anderson (U. Washington), Andrew W. Appel (Princeton), Steven M. Bellovin (Columbia), Dan Boneh (Stanford), David Clark (MIT), David J. Farber (CMU), Joan Feigenbaum (Yale), Edward W. Felten (Princeton), Robert Harper (CMU), M. Frans Kaashoek (MIT), Brian Kernighan (Princeton), Jennifer Rexford (Princeton), John C. Reynolds (CMU), Aviel D. Rubin (Johns Hopkins), Eugene H. Spafford (Purdue) und David S. Touretzky (CMU).

Slyck berichten weiterhin, dass Grokster und Morpheus ebenfalls von der Distributed Computing Industry Association (DCIA) unterstützt würden.

Nachdem die Musikindustrie und die Hollywoodfirmen überraschend die Unterstützung der Christian Coalition of America bekommen hat, darf man auf interesante Standpunkte gespannt sein.

© Copyright 1998-2008 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | Partner | downloads |