gullinews am Dienstag, 17.07.2007 13:16 Uhr
Die Musikshops sind erwartungsgemäß erzürnt, in einigen Ländern wird das Album nun gar nicht ausgeliefert, um den Händlern zu ersparen, auf den Medien sitzenzubleiben. Das Album selbst erntete überwiegend Lob, die Times wird zitiert mit dem Satz, "Planet Earth" sei "zu gut, um so sorglos verramscht" zu werden.
Als "Direktmarketing" bezeichnete Prince die Aktion, für die er von der Zeitung immerhin über 350.000 Euro erhielt. Auch auf seinen Konzerten sollen kostenlose CDs als Dreingabe verteilt werden. Erlauben kann sich Prince dies, da er in Großbritannien bei keinem Label unter Vertrag steht.
SonyBMG zeigt sich relativ bedeckt - dass das Album im Netz öffentlich angeboten wird, ist bekannt, unternommen wird im Moment nichts dagegen. Allzu glücklich ist man mit der Situation nicht. Denn während Prince mit seiner Giveaway-Aktion sein Album in Großbritannien unters Volk bringt, wo er an kein Label vertraglich verbunden ist, hatte er für den weltweiten Vertrieb eben doch einen Vertrag mit SonyBMG abgeschlossen. Womit die Aktion einen etwas seltsamen Beigeschmack bekommt - hätte der Künstler demonstrieren wollen, mit Giveaways und Tourneen seine Karriere fortzusetzen, hätte er sich den Vertrag sparen können.
So bleibt der Beigeschmack, dass für den weltweiten Vertrieb der gehasste Major eben wieder gut genug zu sein scheint. Oder aber, dass der Schaden für das Label billigend in Kauf genommen wird - mit Umbenennungen und einigen expliziten Äußerungen hatte Prince in der Vergangenheit häufig darauf aufmerksam gemacht, dass er mit der Situation des Musikbusiness und der Macht der Majors alles andere als zufrieden ist.
| 5 Reaktionen aus dem gulli:Board |
|---|
am 17.07.2007 17:15:02: |
antiMahn am 17.07.2007 17:30:58: |
NeeGee am 17.07.2007 23:21:12: |
Suche
Verwandte News35 Tage gegen DRM: Auch PRINCE-Fans haben an der DRM-Nuss zu knabbern
Youtube: Prince blockt Radiohead-Song
Prince: Richter weist Klage als Gesetzesmissbrauch ab
Prince dreht weiter frei: Videos eines Taxifahrers wegen Hintergrundmusik gelöscht
Prince dreht frei: Klagen gegen Fansites