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07. November 2007

Prince dreht frei Klagen gegen Fansites

The Artist formerly known as Symbol demontiert sich weiter selbst - drei große Fansites haben sich nun gegen ihr Idol verbündet. Prince verlangt die Löschung von Texten, Musikfiles und Albencovern (!). Die Fansites sehen ihre Inhalte durch Fair Use gedeckt. Die Motive von Prince werden einmal mehr immer unverständlicher.

Denn an sich konnte der Künstler mit seiner Absage an die klassischen Label-Modelle vor einiger Zeit massiv Sympathiepunkte sammeln - sein letztes Album erschien in Großbritannien kostenlos als externer Link in neuem Fenster folgtBeilage einer Tageszeitung, auch auf Konzerten soll die CD kostenlos verteilt werden. Prince bezieht seine Einkünfte hauptsächlich aus Merchandising und Live-Konzerten.

Insofern sollte dem Musiker jede Aufmerksamkeit und die Präsenz einer enthusiastischen Fanschar im Netz mehr als gelegen kommen - stattdessen verstrickt sich der Künstler in immer mehr absurde Rechtsstreitigkeiten. Einen kurzen Videoclip eines kleinen Kindes, das zur (kaum erkennbaren) Prince-Musik im Hintergrund tanzt, ließ Prince aus dem Netz klagen, woraufhin die Mutter des Kinds zusammen mit der EFF die externer Link in neuem Fenster folgtWiedereinstellung des Videos bei YouTube einklagen konnte.

"The Kids are United" - nur aber inzwischen verbündet gegen ihr Idol. Unter externer Link in neuem Fenster folgtPrincefansunited.com haben sich die Betreiber dreier großer Fanportale zusammengeschlossen, um sich gegen die Angriffe des Musikers zur Wehr zu setzen. Sie gehen davon aus, dass es schlicht um die Unterdrückung kritischer Stimmen zu Prince geht und sind nicht willens, diese Einschränkung ihrer Redefreiheit hinzunehmen.

Berichtet wird von absurden Takedown-Aufforderungen: Prince wollte gar die Löschung von Tattoo-Fotografien durchsetzen, die von Prince-Motive inspiriert wurden, oder Bilder von Nummernschildern (!), die an Prince erinnernde Buchstabenkombinationen zeigten. Die Betreiber:

"Das Ziel ist, dass Prince seine Haltung überdenkt und den Fansites gestattet, weiterzuexistieren, ohne permanent von Prince und seinen Anwälten bedroht zu werden. Sollte das nicht möglich sein, dann sind die Fansites darauf vorbereitet, ihre Position gerichtlich verteidigen zu lassen sowie alle eigenen Ansprüche durchzusetzen, zu denen sie berechtigt sind."

Bis dahin wird die Geschichte noch weitere Kreise ziehen - Aufmerksamkeit für den Künstler, durchaus, aber nicht von der Sorte, die sich in höherer Beliebtheit auszeichnet. Warum Prince diese Selbstdemontage so aggressiv fortsetzt, bleibt nach wie vor rätselhaft.

  • 5 Kommentare zum Artikel
  • auch schlechte Presse erzeugt AUFMERKSAMKEIT. Ich möcht nicht wissen, wieviele Leute das lesen und zum Plattenschrank gehen und sexy Motherfucker rauskramen und sich fragen: Was macht Prince eigentlich heute für Musik und sich dann ein Album kaufen oder auf ein Konzert gehen. Der Kühlschrank von Prince ist bestimmt nicht leer deswegen. mfg tommy0201

    tommy0201 am 08.11.2007 01:27
  • Aus Geldmangel wird er es sicherlich nicht machen.2004 hat er fast 100 Millionen Dollar durch Konzerte verdeint.Das mit dem Kind kann ich allerdings durchaus nachvollziehen.Als Perfektionist,der alle seine Songs selberschreibt und produziert könnte er der Meinung sein,daß das you tube Video sein Werk verhunzt und lächerlich macht.

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