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24. März 2006

Presse- und Meinungsfreiheit vs. FIFA-Markenwahn

taz darf deutsch schreiben

Dass auch dieser Artikel in absehbarer Zeit illegal wird, konnte offenbar eben noch verhindert werden. Unter Klageandrohung musste die taz verlangen, dass sie eingetragene Wortmarken der FIFA in redaktionellen Beiträgen verwenden darf, auch wenn diese von der FIFA als "abschätzig betrachtet" werden könnten. Die FIFA untersagt die widerrechtliche Verwendung der eingetragenen Wortmarken FIFA, World Cup, FIFA World Cup, FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006, FIFA WM 2006, Germany 2006, World Cup 2006, WM 2006.

Als Beispiel für die widerrechtliche Verwendung der Marken nannte die FIFA "abschätziger und rufschädigender Gebrauch: Der Gebrauch der Marken, der von der FIFA als abschätzig oder rufschädigend eingestuft wird". Eine schöne Gummiklausel - was abschätzig ist, entscheidet die FIFA, und damit gleich eben mal über so etwas nebensächliches wie die Meinungs- und die Pressefreiheit.

Nach der Beschwerde ruderte die FIFA zurück: "Nach den neuen Richtlinien dürfen sogar Berichte, die die Fifa als abschätzig oder rufschädigend einstuft, erscheinen. Und Fussball WM darf wieder, wie es richtig ist, nämlich Fußball-WM geschrieben werden", so die taz. Ursprünglich bestimmte die FIFA auch eine Reihe "genehmigter" offizieller Bezeichnungen für die Veranstaltung, die von den Zeitungen zu verwenden seien.

Man muss dankbar sein. So schlimm ist die Beschneidung der Redefreiheit im Interesse der Vermarkter dann doch nicht, wenn man "Fußball-WM" schreiben darf. Und auch in Großbritannien sind die Olympiavermarkter durchaus flexibel und gestehen so manchem potentiell Betroffenen ein bisschen freie Rede zu. "Bronzestatuen" für "2012 Pfund" darf man während den Sommerspielen nämlich noch verkaufen, obwohl "Bronze" und "2012" unter den Begriffen sind, deren alleinige Vermarktung man den Sponsoren der Olympia vorbehalten wissen will.

So schlimm ist das alles demnach gar nicht.

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