Das heutige digitale Zeitalter ist offenbar auch an unseren gläubigen Mitmenschen nicht spurlos vorbeigegangen. Wenn man einem Bericht des San Francisco Chronicle seinen Glauben schenkt, hat sich in den USA in den vergangenen Monaten eine neue, innovative Form der Kirchengemeinde etabliert. Es ist die Rede von einer religiösen Gemeinschaft, deren Dreh- und Angelpunkt sich in erster Linie im Internet befindet. Der zittrige Gang zum Beichtstuhl oder langweilige Bibelstunden in der Kirche rücken gänzlich in den Hintergrund. Nun können zahlreiche religiöse Aktivitäten bequem im Internet abgewickelt werden.
Aus einer aktuellen Schätzung geht hervor, dass bereits 40 Webpräsenzen solch einer Art existieren. Alleine die Homepage von LifeChurch könne durchschnittlich bis zu 60.000 Seitenaufrufe pro Woche verbuchen. Eigenen Angaben zufolge finden sich auf dieser Homepage Gläubige aus mehr als 140 verschiedenen Ländern rund um den Globus zusammen.
Rob Wagner, Pfarrer an der Granger Community Church ist sich sicher, dass "das Internet lediglich eine neue Umgebung darstellt, die den Kontakt zu Menschen ermöglicht." Im Zusammenhang mit der christlichen Weltanschauung könne man das Internet als "virtuelle Vorhalle" einer Kirche sehen, in der sich so genannte "verlorene Seelen" einfinden können. Man habe das Projekt solch einer virtuellen Kirche in Angriff genommen, um in der heutigen Zeit, wo die Wenigsten den Gang ins Gotteshaus wagen, Menschen dort abzuholen, wo sie sich aufhalten. Nämlich größtenteils im Internet.
Während sich einige Pfarrer in Deutschland über die fortschrittlichen Gedanken der US-amerikanischen Geistlichen erfreuen, stößt dieser Schritt selbstverständlich bei einigen Vertretern der christlichen Glaubensgemeinschaft auf heftige Ablehnung. Im Zusammenhang mit dem aufsteigenden Trend nehmen nicht Wenige die Bezeichnungen "Christentum light" oder "religiöses Fast Food" in den Mund. Laut Matthias Kopp, dem Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist eines klar: "Der bequeme Kirchgang über das Internet ist in keinster Weise zu vergleichen mit dem konventionellen Kirchenbesuch". Persönliche Kontakte und Gespräche von Angesicht zu Angesicht seien Bestandteil des Aufenthalts in der Kirch.
(via pressetext.at, thx)
| 28 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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soricsoon am 07.11.2009 22:27:38: |
user1220 am 08.11.2009 00:45:09: |
elcucuy am 08.11.2009 01:49:26: |