gulli: Plagiat-Datenbank: Verklagt wegen Verstoß gegen das Copyright
30. März 2007

Plagiat-Datenbank Verklagt wegen Verstoß gegen das Copyright

"Turnitin" nennt sich ein Dienst für Hochschulen, um Plagiate zu erkennen. Der Service erfasst zahlreiche Arbeiten von Studierenden und gibt Prüfern die Möglichkeit nachzuforschen, ob eine Arbeit abgeschrieben oder bereits an anderer Stelle eingereicht wurde. Der Dienst wurde nun wegen Copyrightverstoß auf 900.000 Dollar verklagt - von zwei Studierenden.

Die sich offenbar gut vorbereitet haben. Insgesamt sechs Texte ließen sie vor Abgabe als copyright-geschützt registrieren. Turnitin wurde dazu verpflichtet, die Texte nach Abgleich mit der Plagiats-Datenbank nicht zu archivieren, dies sei jedoch trotzdem geschehen. Für jeden archivierten Text werden 150.000 Dollar gefordert.

Turnitin hat über 22 Millionen Texte in seinen Datenbanken gespeichert. Wenn seitens einer Hochschule ein Text zur Überprüfung eingegeben wird, wandert er ebenfalls in die Datenbank, ob plagiiert oder nicht - um spätere Abschriften desselben Textes erkennen zu können.

Turnitin wird von über 6.000 Bildungseinrichtungen in über 909 Ländern genutzt. Anwälte von Turnitin wie auch der zur Kundschaft gehörenden Hochschulen bekräftigten, dass der Service nicht gegen die Rechte der Studierenden verstoße. Dem steht auch Widerspruch entgegen - Zitate seien beispielsweise vom Fair Use gedeckt, Turnitin biete jedoch einen kommerziellen Dienst an auf der Basis von Texten, die von Dritten stammen, die ihrerseits nicht der kommerziellen Verwertung zugestimmt haben.

Hinzu komme der Aspekt des Generalverdachts, den der Dienst schaffe. Der Vater einer der klagenden Studierenden:

"Man kann nicht das Werk einer Person nehmen, durch einen Computer jagen und ihn anschließend zur ehrlichen Person erklären. Ziel meines Sohnes ist, nicht zu schummeln, und dieser Vorgang geht davon aus, dass er es tut. Es geht hier nicht ums Geld, und wir erwarten nicht, dass wir welches bekommen."

  • 13 Kommentare zum Artikel
  • Das Problem hierbei ist doch das die Universitäten die Studenten dazu zwingen die Arbeiten einzureichen mit denen das Unternehmen dann auch noch Kapital draus schlägt. Nur bekommt der Einreichende nichts davon ab. Das wäre so als ob ich nen Buch schreiben würde, das jemanden in die Hand drücken und der es unter seinem Namen veröffentlicht und selbst die Kohle kassiert. So ein System gehört anständig in die Mülltonne oder alternativ den Gulli ...

    geier20001 am 30.03.2007 20:01
  • Zitat: Zitat von holling Hier geht es doch nicht um "petzen". Hier gehts auch nicht (zumindest nicht in erster Linie) um irgendwelche Schularbeiten. Es geht um wissenschaftliche Veröffentlichungen, Diplomarbeiten etc - wer dort die Werke anderer als seine eigenen ausgibt, handelt fahrlässig und meiner Meinung nach auch kriminell. Da geht es nicht um eine Note, sondern dass sich Leute ganze Titel o.Ä. ...

    Wandang am 30.03.2007 21:07
  • Ausser Polemik hab ich hier nicht viele Argumente gelesen die darauf schließen lasssen würden das auch mal ein Zweiter Artikel gelesen wurde oder sich die Mühe gemacht wurde die Sachverhalte und Probleme zu verstehen .... Zitat Golem.de: "... Robert A. Vanderhye, sagte der Washington Post: "Diese Jugendlichen sind alle Einser-Schüler, die kein Interesse daran haben abzuschreiben. Das Problem mit Turnitin ist die Archivierung ...

    Mr.Harmlos am 30.03.2007 21:18
  • @Mr.Harmlos: danke für den einblick in das thema und deinen arbeitsaufwand

    Wandang am 31.03.2007 01:26

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