Ein Vierfachbrenner entspricht vier Brennern
Eine lesenswerte Zusammenfassung über die Nebelwerferei der Medienkonzerne wurde auf mp3newswire zusammengestellt. Nun ist es ja nichts neues, dass die Verlautbarungen der entsprechenden Verbände von erstaunlichen Defiziten in der statistischen Analyse geprägt sind, es erstaunt jedoch immer wieder, mit welcher Dreistigkeit die Zahlen gebogen werden, wenn man denn entsprechende Propagandaeffekte erzielen will.
Ebenso fantasievoll kommen die Zahlen zustande, mit denen der Wert beschlagnahmten Materials beziffert wird. Die 30 Millionen Dollar, die bei einer weiteren Razzia beschlagnahmten Brenner und DVDs wert sein sollten, setzten sich zusammen aus dem Wert der beschlagnahmten Brenner, dem Wert der beschlagnahmten DVDs und, man staune, dem Wert der DVDs, die mit dem vorhandenen Equipment hätten erzeugt werden können. Mit dieser Begründung kann man natürlich auch versuchen, seinen DVD-Brenner für 2000 Euren bei Ebay zu versteigern, schließlich lassen sich mit ihm Medien herstellen, die weit mehr als 2000 Euro wert sind. Bei Ebay würde man mit dieser Taktik auf die Nase fallen, die Kopierverfolger leisten sich derlei Unsinn regelmäßig und werden nichtmals ausgelacht.
Hinzu kommen die bereits erwähnten Nonsensezahlen, die die "Piraterie" weltweit an Kosten und Verlusten einfahren würden und die fadenscheinigen Erfolgsmeldungen, mit denen die Rechteverwerter regelmäßig behaupten, die (tatsächlich permanent steigenden) Filesharerzahlen würden angesichts ihrer Klagewellen und Erpressungsversuche sinken.
Eine neue Strategie beim Einfärben von Verkaufszahlen und Gewinnangaben konnte die Times ermitteln: während bislang steigende Gewinne und Verkaufszahlen vor allem bei den Aktionärsberichten vermeldet wurden und im Kontext von Internet und Filesharing regelmäßig fallende Gewinne und Umsätze beklagt wurden, schönte die MPAA neuerdings die DVD - Umsätze. Nach Recherche stellte sich heraus, dass nur 21 Millarden und nicht etwa die zuerst genannten 55,6 Milliarden von Hollywood mit DVDs umgesetzt wurden. Reporter Timothy O'Brien nimmt an, man habe um 33 Milliarden übertrieben, um die Wichtigkeit des Marktes deutlich zu machen - und den Kampf gegen unautorisiertes Kopieren besser propagieren zu können.
Brian Jay Epstein von Slate kommentierte passenderweise, diese Form der Realitätsbeeinflussung sei für die Studios offenbar schlicht auch ein "Teil des Showbusiness". Treffer.
Zitat: Zitat von 1arsch na ja kommt ganz auf den blickwinkel an. mathematisch ist die rechnung ja aber richtig. Nein - Rechne mal per Hand 65.536^2 aus und vergleich mit der Zahl in der Graphik. Es kommt eine Zahl im Bereich 4,3 Millarden Kopien heraus.
Die Zahlen stehen in keinem Zusammenhang. Ich sehe da zumindest keinen. Aber bei der letzten Zahl stehen Punkte dahinter, also doch kein Rechenfehler bei denen.
[Q]Aber bei der letzten Zahl stehen Punkte dahinter, also doch kein Rechenfehler bei denen. [/Q] Ja, aber die dargestellten Ziffern passen trotzdem nicht zur exakten Zahl.
Gut, die habe ich nicht nachgerechnet. Mag zwar eine Zahlenreihe sein, die eine gewissen Sinn hat (Steigt dauernd), aber sie passt vorne und hinten nicht zur Verbreitung. Erinnert mich irgendwie an ein Pyramidenspiel.