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03. Mai 2006

Piraterie-Studie Sechs Milliarden Verlust durch Filmkopien, Veröffentlichung umstritten

Erst auf Drängen des Wall Street Journals gab die MPAA einige Eckdaten einer Studie heraus, die überraschende neue Zahlen zu den Folgen von Filmkopien liefert. Um eine Veröffentlichung streiten sich die Studios: während die einen anläßlich der neuen Zahlen auf härtere Gesetze hoffen, fürchten andere Aktienkursverluste sowie Spott angesichts der Wirkungslosigkeit ihrer Antipiraterie-Maßnahmen.

Die Horrorverluste, die durch Kopien entstehen sollen, sind in der Tat mit Vorsicht zu genießen - vergangene Studien fielen durch unsaubere Methodik bis hin zur Beliebigkeit auf. Auch die meist zugrundegelegte Annahme, eine Kopie entspräche einem entgangenen Verkauf, führt regelmäßig zu hoffnungslos überzogenen Ergebnissen. Die aktuelle, drei Millionen Dollar teure Studie habe diese und einige andere Fehler nicht gemacht, die Zahlen sind mehr als überraschend.

Bereits 2005 stellte die LEK Consulting LLC die Studie fertig, seitdem liegt sie im Giftschrank. Zum einen sind die angenommenen 6,1 Milliarden Verlust weit höher als angenommen, zum anderen könnten die Zahlen das Vertrauen der Anleger erschüttern: vor allem die aktuelle Melkkuh der Medienindustrie - der DVD-Verkauf - leidet demnach unter den Kopieraktionen. Diese finden jedoch mit völlig anderen Schwerpunkten statt als die bisherige Berichterstattung Glauben machte, hinzu kommen erstaunliche Verlustzahlen aus verschiedenen Ländern.

Die "Piraten-Paradiese" schneiden erstaunlich mager ab: unangefochtener Führer im Bereich der digitalen Kopie sind die USA, in denen 1,3 Milliarden Dollar Verlust verursacht worden sei. Überraschender zweiter Platz: Mexiko, wo mit veranschlagten 488 Millionen Verlust den Studios fast doppelt so viel entgangen sein soll wie in China, welches allenthalben als Hochburg der nicht lizenzierten Kopie gilt. Auch Rußland nimmt sich mit veranschlagten 266 Millionen entgangener Einkünfte sehr bescheiden aus. Weder Deutschland noch die als Piraten-Paradies verschrieene Filesharing-Hochburg Schweden tauchen in der Top-8-Liste überhaupt auf.

Noch pikanter jedoch: der Mammutanteil der "Verluste" entsteht durch private Kopien von gekauften Filmen. In den USA stellen diese den Löwenanteil der entgangenen Dollars: 529 Millionen. Das Netz ist Quelle von 447 Millionen Dollar schwerer Downloads, professionelle Presswerke brachten DVDs im Wert von immerhin 335 Millionen Dollar in Umlauf.

Die privaten Kopien dürften, trotz zunehmender Kriminalisierung, weiterhin schwer verfolgbar bleiben. Zwar muß für die meisten gebrannten DVDs inzwischen ein Kopierschutz geknackt werden, eine effektive Verfolgung dieser Praxis ist jedoch kaum umzusetzen.

So skeptisch die Ergebnisse solcher Studien zu betrachten sind: die Hausaufgaben wollen die Forscher gemacht haben. Über 18 Monate hinweg seien in 28 Ländern Menschen auf unterschiedlichste Weise befragt worden. Ziel: nur die Kopien zu erfassen, die tatsächlich einen entgangenen Kauf darstellen.
(via golem)

  • 11 Kommentare zum Artikel
  • LOL aber ich glaub das ist hier grad net das Thema. Ich finds einfach ne Frechheit das die 3 Mille rausschleudern um dann zu behaupten das wir "Raub"kopierer an allem Schuld sind und nicht die Industrie selber mit ihren "Schutz"maßnahmen, welche sogar meine kleine Schwester knacken kann

    phlip2102 am 04.05.2006 13:07
  • Ich kopiere fast alle DVDs die ich mir KAUFE, da die Scheiben wirklich sehr schnell ihre Abspielbarkeit verlieren. Eine Musik-CD die hin und wieder Knackser macht finde ich nicht schlimm. Aber Filme die ruckeln oder ganz anhalten will ich nicht. Putzen oder Abwaschen macht es oft nur noch schlimmer. Bei einigen Filmen habe ich mir nach dem KAUF der DVD eine illegale Kino Kopie gesaugt, da ich den GANZEN Film haben möchte und nicht einen, auf ...

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