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03. Mai 2006
Piraterie-Studie Sechs Milliarden Verlust durch Filmkopien, Veröffentlichung umstrittenErst auf Drängen des Wall Street Journals gab die MPAA einige Eckdaten einer Studie heraus, die überraschende neue Zahlen zu den Folgen von Filmkopien liefert. Um eine Veröffentlichung streiten sich die Studios: während die einen anläßlich der neuen Zahlen auf härtere Gesetze hoffen, fürchten andere Aktienkursverluste sowie Spott angesichts der Wirkungslosigkeit ihrer Antipiraterie-Maßnahmen. Die Horrorverluste, die durch Kopien entstehen sollen, sind in der Tat mit Vorsicht zu genießen - vergangene Studien fielen durch unsaubere Methodik bis hin zur Beliebigkeit auf. Auch die meist zugrundegelegte Annahme, eine Kopie entspräche einem entgangenen Verkauf, führt regelmäßig zu hoffnungslos überzogenen Ergebnissen. Die aktuelle, drei Millionen Dollar teure Studie habe diese und einige andere Fehler nicht gemacht, die Zahlen sind mehr als überraschend. Die "Piraten-Paradiese" schneiden erstaunlich mager ab: unangefochtener Führer im Bereich der digitalen Kopie sind die USA, in denen 1,3 Milliarden Dollar Verlust verursacht worden sei. Überraschender zweiter Platz: Mexiko, wo mit veranschlagten 488 Millionen Verlust den Studios fast doppelt so viel entgangen sein soll wie in China, welches allenthalben als Hochburg der nicht lizenzierten Kopie gilt. Auch Rußland nimmt sich mit veranschlagten 266 Millionen entgangener Einkünfte sehr bescheiden aus. Weder Deutschland noch die als Piraten-Paradies verschrieene Filesharing-Hochburg Schweden tauchen in der Top-8-Liste überhaupt auf. Noch pikanter jedoch: der Mammutanteil der "Verluste" entsteht durch private Kopien von gekauften Filmen. In den USA stellen diese den Löwenanteil der entgangenen Dollars: 529 Millionen. Das Netz ist Quelle von 447 Millionen Dollar schwerer Downloads, professionelle Presswerke brachten DVDs im Wert von immerhin 335 Millionen Dollar in Umlauf. Die privaten Kopien dürften, trotz zunehmender Kriminalisierung, weiterhin schwer verfolgbar bleiben. Zwar muß für die meisten gebrannten DVDs inzwischen ein Kopierschutz geknackt werden, eine effektive Verfolgung dieser Praxis ist jedoch kaum umzusetzen. So skeptisch die Ergebnisse solcher Studien zu betrachten sind: die Hausaufgaben wollen die Forscher gemacht haben. Über 18 Monate hinweg seien in 28 Ländern Menschen auf unterschiedlichste Weise befragt worden. Ziel: nur die Kopien zu erfassen, die tatsächlich einen entgangenen Kauf darstellen. Verwandte News
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