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23. August 2007
Piraterie-Studie IPI erfindet neue SchadenssummenAlarmistisch wie gewohnt kommt die 2007er-Studie zur Piraterie des IPI daher: Musik-Piraterie führt zu 12,5 Milliarden Dollar entgangener Einnahmen, exakt 71.060 Jobs gehen dadurch verloren. Wie auch die 2006er-Studie zu Verlusten durch Filmpiraterie ist auch die diesjährige Analyse ein höchst amüsant zu lesendes Schriftstück. 2006 konstatierte das Institute for Policy Innovation bereits Mit so exakten Daten läßt sich natürlich trefflich gegen die bösen Mordkopierer argumentieren - mit ein wenig mathematischer Fantasie kann sich jeder Kopierer ausrechnen, wieviel Arbeitsplätze auf seiner Festplatte zerstört wurden. Oder im CD-Regal, wo gebrannte und Bootleg-CDs direkt in Steuerausfälle umgerechnet werden können. Dazu muss man jedoch einen Blick auf die Methodologie der IPI-Studie werfen. Dort stößt man auf erstaunliche Grundannahmen. Bei Musikdownloads wurde eine "Substitutionsrate" von 20% angenommen: wer fünf Alben weniger herunterlädt, kauft stattdessen eine CD. Klar - ein Teenie, der keinen Backkatalog mit 10 Alben zieht, hat auf einmal dreißig Euro mehr in der Tasche, mit denen er sich zwei CDs kaufen geht. Noch schräger die Berechnungen der "physikalischen" Piraterie. Hier werden Substitutionsraten "zwischen 40 und 70 Prozent" angenommen, was bedeutet, dass über die Hälfte der unlizenziert gekauften CDs ohne den Schwarzmarkt im Laden gekauft worden wäre. Aus der vagen Spanne der "Substitutionsrate" definiert die Studie eine gewichtete Substitutionsrate von 65,7% heraus. Eine mp3-CD einer Band, für einen Euro beim Straßenhändler gekauft und mit sechs enthaltenen Alben mutiert so zu vier nicht gekauften CDs zum Ladenpreis. So lassen sich natürlich beliebige "entgangene Einkünfte" generieren. Und es ist schon von rührender Naivität, wie in der Studie davon ausgegangen wird, dass die erste Aktion eines Konzerns bei steigenden Einnahmen darin besteht, Leute einzustellen, damit er die Gewinne schnellstmöglich wieder in Lohnauszahlungen transformieren kann.
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Unabhängig von der Höhe der geschätzten Schadenssummen, unredlich und unverschämt wird es bei den Angaben über verlorene Arbeitsplätze und Ausfälle an Steuern. Nehmen wir an die Schadenssumme würde stimmen, ist auch egal, es geht ja um Arbeitsplätze und Steuern und die betragen dann eben einen entsprechend rauf- oder runtergerechneten Teil. Selbst dann gibt es nur zwei Möglichkeiten, der Raubkopierer gibt das gesparte Geld für etwas ... sphaeroid am 25.08.2007 12:24
Eins ist sicher: Raubkopierer sind schuld an der globalen Erwärmung. Die Rechner müssen ja 24/7 für P2P, Torrent und OCH an sein. Dann noch die Zulieferung von Materialien: Europaletten voller CD- und DVD-Rohlinge, jeden Monat mindestens 20 neue CD/DVD-Brenner, LKW-Ladungen voller CD-Regale... Muss ich mich wiederholen? Ich kaufe keine CD für 15 Euro und mehr. Ich warte bis das gewünschte Album billig verramscht wird. Es stört mich nicht, ... PaulchenPlanlos am 25.08.2007 17:20
DRM-freie Medien und ein kleines Entgegenkommen wären mal nicht schlecht. BTW: Alleine durch den Shutdown-Day müssen doch hunderttausende von $ wieder in die Kassen der Konzerne fliessen, oder nicht? Lessig am 25.08.2007 17:33
einfach nur lächerlich irgendwann is dann mal die ganze welt arbeitslos oder was? die kalkulieren doch auch gewinn mit ein so ists ja nich ...is doch alles nur propaganda! style1 am 25.08.2007 18:27
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