Arcor hat für seine User den Zugang zu den drei Sites youporn.com, privatamateure.com und sex.com gesperrt. Nun, nur ein wenig gesperrt, denn per Proxy ist die Maßnahme leicht zu unterlaufen. Weswegen die Piratenpartei einen solchen Youporn-Proxy aufgesetzt hat. Arcor wird ein "erschreckendes Maß an vorauseilendem Gehorsam und rückgratslosem Handeln" attestiert. Zurecht?
Seitens dem Gesetzgeber ist jedenfalls klargestellt, dass Provider für weiter geleitete Inhalte keinerlei Verantwortung tragen. Verantwortlich für den Inhalt einer Website ist stets nur deren Anbieter. So die Argumentation der Piraten, und weiter:
Die Unsinnigkeit von Arcors Sperre wäre damit einmal mehr bewiesen. Arcor gab an, auf den Wunsch des deutschen Erotikanbieters sexyfilms.de gehandelt zu haben - völlig freiwillig, denn ein entsprechender Rechtsanspruch existiert tatsächlich nicht.
Faktisch ist dieser Akt der Selbstzensur - natürlich im Interesse des Jugendschutzes - allenfalls ein Feigenblatt. Die entsprechenden Inhalte sind - auch via Arcor - an zahllosen anderen Stellen im Netz problemlos zugänglich. Insofern stellt sich die Frage, was die Maßnahme bezwecken soll.
Und hier kann sich Arcor natürlich einige Punkte auf der Haben-Seite verbuchen - man stellt sich gut mit einem potentiellen Werbepartner, man stellt sich gut mit dem deutschen Jugendschutz, und möglicherweise kriegt man durch die Publicity noch ein paar technisch wenig versierte Kunden dazu, die denken, mit einem Arcor-Zugang ein kindgerechtes Internet ins Haus geliefert zu bekommen.
Schlimmer als die Reaktionen technisch wenig versierter Kunden könnte jedoch der Effekt bei selbsternannten Jugendschützern und Terrorwächtern in der Politik ausfallen. Denn hier sitzen einige der
üblichen
Verdächtigen in den Startlöchern, um Provider zu weiteren - zwecklosen - Zensurversuchen zu zwingen. Die Folgen?
Teure und nutzlose Software,
teure und sinnlose Gerichtsverfahren. Aber Staat und Steuerzahler habens ja.
... wie ja schon in einem früheren beitrag der hier im blog gepostet wurde hat arcor seine kunden die youporn website und andere seiten gesperrt. die piratenpartei stell nun einen proxy bereit mit dem die youporn seite und noch eine andere seite besucht ...
... Ich weiß, das einige es gerne sehen, wenn ich über diverse Misstände her ziehe. Aber in letzter Zeit haben sich statt schlechter, ausnahmweise mal gute Nachrichten gehäuft. Zum einen kam die Umstellung meines Internetanschlusses von DSL-2000 auf D ...
Zitat: Zitat von Qupfer hab grad die neue c't gelsesen, da stet auch was dazu drinn. Danach sind die Seiten doch illegal Das halte ich schlicht für falsch bzw. irrelevant. Wir haben extra Paragraphen welche "Volksverhetzung", Kindersmissbrauch und ähnliches betreffen. Da stecken ganze andere Kräfte dahinter. Wenn es also Verfassungsrechtlich möglich wäre derartige Seiten providerseitig ...
@quiro besten Dank für die Info. Habe jetzt doch tatsächlich auch FoxyProxy zum laufen bekommen. Habe das Prinzip mit WhiteList jetzt verstanden. D.h. ich kann sonst ganz normal surfen, nur wenn ich dann ggf. die Seite aufrufen möchte läuft es über den Proxy. Coole Sache.... Dein Link habe ich mir angeschaut und funktioniert wohl genauso. Ob der Erfolg von ARCOR so wirklich erreicht wird, wage ich mal anzuzweifeln.
Naja, ich frage mich, wofür sie das machen? Gut ankommen bei den Kunden? Wohl kaum. Niemand, der daran interessiert ist, dass Porn gesperrt wird, wüsste die Adresse, oder könnte nicht selber vermeiden darauf zu gehen. Einen gefallen kann man den Leuten ja kaum damit tun.
Zitat: Zitat von TMU mal ne Frage (beinahe wäre ich nämlich bei arcor gelandet, bin aber doch lieber zu t-online gegangen, auhc wenns etws teurer ist). Angenommen ich habe ein Vertrag von 24 Montaten und bin z.B. erst 3 Monate drinn. Jetzt haben die rechtlich Unbegründet versciedene Seiten (egal ob zwei oder drei) gesperrt, die nicht illegal sind. (so ziemlich ) Könnte ich dies als Argument nutzen, um vor Ablauf ...