gulli: Piratenpartei ruft zur Demo gegen Killerspiel-Verbot in Berlin und Nürnberg
30. März 2007

Piratenpartei ruft zur Demo gegen Killerspiel-Verbot in Berlin und Nürnberg

Morgen wird die deutsche Piratenpartei auf dem Berliner Alexanderplatz und dem Ludwigsplatz in Nürnberg gegen ein Verbot von "Killerspielen" demonstrieren. Dazu gehen die Piraten kreative Wege: mit einem "blutigen Schachspiel" soll die Absurdität eines solchen Verbots verdeutlicht werden.

Die angekündigte "Live-Performance des wohl ältesten "Killerspieles" unserer Kultur" erinnert deutlich an goldene Flashmob-Zeiten - mit passendem Bildmaterial wird nach der Veranstaltung zu rechnen sein. Die Piraten kommentieren ihren Event mit den Worten des ehemaligen Schachweltmeisters Bobby Fischer, der für das königliche Spiel eine martialische Beschreibung fand:

"Im Schach nämlich, geht es darum: das Ich des Gegners zu unterwerfen, sein Ego zu zerbrechen und zu zermalmen, sein Selbstbewusstsein zu zertreten - und es zu verscharren, und seine ganze verachtenswerte, sogenannte Persönlichkeit ein für alle Mal zu Tode zu zerhacken - und zu zerstampfen; und dadurch die Menschheit von einer stinkenden Pestbeule zu befreien. Es ist ein königliches Spiel."

Die Piraten bekräftigen die Auffassung, dass "Killerspiele" keineswegs Ursache von Amokläufen und Gewaltbereitschaft, sondern alltäglicher Teil der Freizeitkultur mündiger Bürger sind. Im Fall eines Totalverbots triebe man Spieler in die Illegalität.

Angeprangert wird die Tatenlosigkeit der Politik, geht es um die tatsächlichen Ursachen von jugendlichem Scheitern:

"Die Gewaltbereitschaft von jugendlichen Einzeltätern resultiert aus der sozialer Kälte der Ellenbogengesellschaft, Jugendarbeitslosigkeit, Verarmung, überforderten Eltern, von den Medien geschürte Zukunftsangst, fehlende Liebe und Zuneigung. Killerspiele dienen der Politik als einfaches Mittel zu polarisieren, Zensur einzuführen und die Öffentlichkeit von den eigentlichen, wichtigen Themen abzulenken. Ein "Killerspielverbot" kann kein Ersatz für Sparmaßnahmen in der Jugendhilfe und im Bildungssystem sein. Wir wollen keine staatliche Spiel-Zensurbehörde."

Das "blutige Gemetzel, in welchem die Spieler 'blutüberströmt' vom Platz getragen werden müssen", findet Samstag, den 31. März 2007 auf dem Berliner Alexanderplatz statt, der Spielbeginn ist um 15.00 Uhr. Als Spieler kann man sich auf der Webseite der Berliner Piraten registrieren.

Zeitgleich zur Demonstration der Piratenpartei in Berlin wird derbayerische Landesverband der Piratenpartei am kommenden Samstag inNürnberg gegen Verbot von „Killerspielen“ auf die Straßegehen. Treffpunkt dort ist um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof Nürnberg, der Spielbeginn um 15.00 Uhr auf dem Ludwigsplatz in Nürnberg.

  • 35 Kommentare zum Artikel
  • Habt ihr von dem pensionierten Juristen gehört, der seiner Frau 4 mal in den Hals gestochen und ihr anschließend den Kopf abgetrennt hat? Ich weiß ja nicht was der in seiner Kindheit gespielt hat, aber für einen Juristen ist das schon eine ziemlich krasse Tat. Achso, was ich noch vorschlagen wollte: wieso schafft man die Altersbeschränkung bei Killerspielen nicht ab und ersetzt sie durch einen Akademikertitelnachweis? Könnte man sich dann ...

    9807357234 am 02.04.2007 20:24
  • Zitat: Zitat von 9807357234 Habt ihr von dem pensionierten Juristen gehört, der seiner Frau 4 mal in den Hals gestochen und ihr anschließend den Kopf abgetrennt hat? Ich weiß ja nicht was der in seiner Kindheit gespielt hat, aber für einen Juristen ist das schon eine ziemlich krasse Tat. Und ich hab die Vorgeschichte: Spoiler: Er: "Ich bestell Pizza. Willst du auch ...

    _Agnostiker_ am 02.04.2007 20:40
  • Zitat: Zitat von klotzi Das wirkt eher kontraproduktiv. Anstatt dass man die Chance nutzt, VERNÜNFTIGTE (Aufklärungs-)Aktionen zu starten, macht man so einen unsinnigen Scheiß. Das wirkt so, als hätte man keine richtigen Argumente. Na ja, Piratenpartei eben. .

  • Okay, jetzt wirds albern.

    9807357234 am 02.04.2007 23:06

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