Piraten-Partei Schweden im Interview

gullinews am Montag, 03.04.2006 15:19 Uhr

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Anfang des Jahres gründete sich in Schweden die Piraten-Partei, die unter anderem eine drastische Verkürzung von Copyrightfristen und die Legalisierung von Filesharing fordert. 20% der schwedischen Bevölkerung seien durch Filesharing kriminalisiert, das stelle ein ernstzunehmendes Wählerpotential dar, so der Gründer Rick Falkvinge

Die bekannten Widersprüchlichkeiten des aktuellen Copyrightgesetzes zeigt Falkvinge auf: es sei lächerlich zu behaupten, das Copyright in seiner heutigen Form rege Schöpfer zu weiterem kreativen Schaffen an, wenn es erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers auslaufe - zumindest für diese Zeit sei eine anregende Wirkung für weitere Kreativität zuverlässig auszuschließen. Fünf Jahre schlägt er als alternative Verwertungsdauer vor.

Und sieht sich mit dieser und anderen Forderungen nicht allein. Ein Wählerpotential von 20% sieht Falkvinge in Schweden, diesen Anteil haben Filesharer an der Bevölkerung. Die Interessen dieser Gruppe seien jedoch nicht mehr repräsentiert.

Die Standpunkte der tauschenden Bevölkerung seien zwar in zahlreichen Texten dargelegt, die Politik habe sich jedoch dafür entschieden, diese Stimmen vollständig zu ignorieren. Die Konsequenz: selbst ins Parlament einziehen. 4% der abgegebenen Stimmen benötigt man in Schweden, um dort Sitze zu erhalten. Anschließend könnte die Piratenpartei dort ihre Standpunkte vertreten, wo sie momentan noch durch die Bank ignoriert werden.

Neben der verkürzten Copyrightfrist steht die Stärkung der Privatsphäre und das Kippen der EU-Richtlinie zur Verbindungsdatenspeicherung auf der Tagesordnung der Partei. Weiterhin will man DRM-Technik verbieten - nach Ansicht Falkvinges ein selbstgeschriebenes Copyrightgesetz, welches von der Copyrightindustrie dem Bürger aufgedrückt wird - aber "...wir haben ein Parlament zum Gesetze schreiben, schönen Dank auch".

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11 Reaktionen aus dem gulli:Board

vmk am 03.04.2006 20:34:01:
bitte diesen beitrag löschen! Danke ;-)...

am 04.06.2006 19:04:48:
Warum soll man denn die Interessen von kriminellen Filesharern politisch vertreten, solche die nur legal files hin und her schieben, haben doch nichts zu befürchten dann könnte man ja auch ne partei für ladendiebe und schläger gründen, mhm warum nicht? außerdem hat das copyright schon seine ...

quasimodo2000 am 04.06.2006 19:57:45:
Warum sollen nette, umgängige und vollkommen harmlose Filesharer keine politische Vertretung haben ? Kriegsverbrecher, Religiöse Fundamentalisten, Konzerne aller Art, Abmahnterroristen, Organisierte Kriminalität und was sonst noch an "Gutmenschen" herumläuft, lassen sich ja schon seit jeher von...

 

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