Amnesty International (ai) versucht mit der Aktion "Peking 2008 - Gold für Menschenrechte" auf die zunehmend brenzliche Situation für Menschenrechtler in China hinzuweisen. Der chinesische Menschenrechtler Teng Biao war nach Angaben von ai fast zwei Tage lang spurlos verschwunden. Er wurde von der Polizei verschleppt und verhört. Mehr Details zu seinem Verschwinden will der chinesische Anwalt und Menschenrechtsverteidiger nicht preisgeben. Auch im Tibet hat sich die Situation zugespitzt. Die tibetische Exilregierung sprach von 100 Toten, die im Verlauf der jüngsten Demonstrationen ums Leben gekommen sind.
Offizielle Stellen haben den Menschenrechtler Teng Biao davor gewarnt, öffentlich zu sprechen.
Im Tibet wurde den Demonstranten einen Tag nach den heftigsten anti-chinesischen Protesten seit fast zwanzig Jahren eine Frist gesetzt, um sich den Sicherheitsbehörden zu ergeben. Wer sich bis Montag Mitternacht stelle, werde "mit Nachsicht" behandelt und könne mit Strafminderung rechnen, so die amtliche Verlautbarung der Nachrichtenagentur Xinhua. Die Behörden teilten mit, dass bei den gewalttätigen Protesten in der tibetischen Hauptstadt Lhasa lediglich zehn Menschen getötet worden seien. Dabei habe es sich mehrheitlich um Händler gehandelt. Die meisten davon sollen angeblich "unschuldige Bürger" gewesen sein, die ums Leben kamen, als deren Geschäfte in Brand gesteckt wurden. Die tibetische Exilregierung in Indien sprach dagegen von 100 Toten. Unterdessen stellten sich die chinesischen Sicherheitskräfte auf weitere Protestaktionen ein und haben in der Hauptstadt ganze Teile des Stadtzentrums abgeriegelt. Das Mobilfunknetz in der Hauptstadt der autonomen Region Tibet wurde offenbar unterbrochen, um die Koordination weiterer Proteste zu unterbinden.
Nach Angaben der Regionalregierung wären im Verlauf der Demonstrationen lediglich Warnschüsse gefallen, auch hätte man das Kriegsrecht nicht über die Region verhängt. China beschuldigte den Dalai Lama, für die Unruhen verantwortlich zu sein. Ein Sprecher des geistlichen Oberhaupts der Tibeter wies diese Vorwürfe zurück. Anlass der Proteste sei der 49. Jahrestag des gescheiterten Aufstandes gegen die chinesische Herrschaft in der Himalajaregion. Die Regierung würde seit vielen Jahren in der Provinz Millionen Han-Chinesen ansiedeln, um deren Macht zu stärken. Das eigene Volk wird damit zu einer Bevölkerungsminderheit, so der Dalai Lama. Im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele in China waren die Proteste verschärft worden. Am Freitag protestieren in Lhasa zunächst rund hundert Mönche, die auf ihrem Weg von immer mehr Menschen begleitet wurden. Als die Sicherheitskräfte einschritten, sollen die ursprünglich friedlichen Proteste gewaltsam geworden sein. Wütende Tibeter setzten chinesische Läden in Brand, mehrere Fahrzeuge gingen in Flammen auf.
Wer die Petition von Amnesty International an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen schicken will, kann die Petition als PDF downloaden oder diese bequem online unterzeichnen und absenden. ai wird alle Unterschriften vor Beginn der Olympischen Spiele an die chinesische Regierung übergeben.
(Via tagesschau.de & amnesty international)
rofl. wer unter diesem verhaeltnis eine "freundschaft" versteht, kann mir nur von herzen leid tun.
Zitat: Zitat von Crass Spektakel Wäre nicht wirklich was neues, Ost und West haben sich schon mehrmals komplett boykottiert, besonders beeindruckend war der Boykott der olympischen Spiele in Moskau von praktisch allen Ländern der Welt: 99% der Goldmedallien gingen an Rußland ;-) Also, mit der Prozentrechnung ist es bei Dir nicht doll. Der Medaillenspiegel lautete 1980 korrekt: Platz Land ...