Peer-to-Peer: Nine Inch Nails nutzen Torrents um ihr kostenloses Album zu promoten

gullinews am Mittwoch, 05.03.2008 18:26 Uhr

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Wie Gulli bereits vorgestern berichtete haben die Nine Inch Nails ihr neustes Album gratis zum Download angeboten. Zum effektiven Vertrieb nutzen sie dabei bewusst auch Torrent-Technologie. Der Art Director der Band Rob Sheridan sagte, dass sie auf Torrents setzen - nicht nur um ihre Webseite temporär von dem großen Ansturm zu entlasten, sondern auch, um viele ihrer Fans zu erreichen, die sich in den Tauschbörsen tummeln. Auf der "Pirate Bay" findet man einen offiziellen Account der Band mit dem Namen 'NINofficial'. Ähnliche Accounts mit dem Namen 'NIN' sind auch auf den Musik-Trackern what.cd und waffles.fm aufgetaucht. Es handelt sich um offizielle Accounts der Band, wie es die Webseite TorrentFreak bestätigt hat.

Gute Zeiten für Torrent Netzwerke. Mit den Nine Inch Nails nutzen klare Befürworter von Filesharing legal diese Netzwerke. Doch inwiefern sind Modelle, die auf freie Downloads setzen generell auf den Musikmarkt übertragbar? Eine Band wie die Nine Inch Nails hat eine treue Fangemeinde und es sind auch nicht alle Stücke von dem Album frei runterzuladen. Das komplette Album gibt es für 5 Dollar in hoher Qualität und ist damit immer noch sehr viel günstiger, als die übliche Ware auf CD. Auf TechDirt findet man, dass die Nine Inch Nails bereits in den ersten zwei Tagen nach Veröffentlichung des Albums sämtliche ihrer "Ultra-Deluxe Limited Edition Packages" im Wert von je 300 Dollar verkauft haben. Diese bestehen aus der Musik, die man auch downloaden kann, zwei CDs, einer Daten-DVD, einer Blu-ray DVD und weiteren Extras. Natürlich richtet sich solch eine Deluxe-Edition an Fans.

Auf diese Weise wandert der Musikmarkt langsam in die Filesharing-Netzwerke. Denn nicht nur die Nine Inch Nails setzen auf Filesharing. Dort sehen auch schwedische Independent-Labels ihr großes Potenzial. Mit dem sogenannten "Schwedischen Modell" versuchen sie ebenfalls auf diesem Gebiet neue Marktmodelle zu erschließen. Es dürfte also zu erwarten sein, dass man zukünftig als Fan noch näher an seine Lieblingsbands kommt und so beispielsweise Musik auch direkt von ihren Torrent-Clients ziehen wird.

So setzen auch andere große Bands wie die Einstürzenden Neubauten oder Radiohead auf neue Marktmechanismen, die ganz bewusst auf die direkte Beziehung von Musiker und Fan setzt. Auch wenn die Frage unbeantwortet bleibt, ob sich Marktmodelle von etablierten Independent-Bands Eins zu Eins auf Newcomer übertragen lassen, so sind doch zumindest die Nine Inch Nails prominente Befürworter von legaler Nutzung dieser Distributionstechnologie. (von 020200)

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6 Reaktionen aus dem gulli:Board

am 06.03.2008 11:02:35:
2.500 x 300 = 750.000 Dollar alleine die Deluxe-Versionen in den ersten zwei Tagen. ich würde sagen das es schon ein Erfolg war :eek:...

am 06.03.2008 11:12:45:
Ich kann´s bald nicht mehr hören, wie das Internet nur wegen ein paar Geldsäcke immer mehr beschnitten werden soll es ist wirklich traurig. vor allem wenn man sich anguguckt wie wenig von dem geld einer verkauften cd eigentlich an die musiker geht. ich meine...ohne das intern...

realRMG am 06.03.2008 15:06:57:
ja und ist eine Band erstmal bekannt, werden Werbeartikel verkauft, Konzerte ausverkauft... siehe Berliner Hip Hop, ohne Internet wären die nie so bekannt geworden. (ob das jetzt positiv oder negativ ist, soll jeder für sich entscheiden) :p...

 

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