_020200 am Dienstag, 26.01.2010 12:42 Uhr
Die Gründe für die PayPal-Sperrung sind momentan unklar. Wikileaks ist derzeit dabei, mit Hilfe verstärkter Aufrufe Spenden für die laufenden Kosten der Plattform für 2010 zu sammeln. Laut Angaben von Wikileaks belaufen sich die jährlichen Betriebskosten auf mindestes 200.000 Dollar. Wenn alle Gehälter (und sicherlich auch Prozesskosten) einberechnet werden, kommt man sogar auf 600.000 Dollar. Für 2010 hat man bisher erst 130.000 Dollar einnehmen können. In dieser Phase könnte sich die Sperrung des PayPal-Acocunts also als sehr unvorteilhaft für Wikileaks herausstellen.
Mats Henricson hat den Sachverhalt vor wenigen Stunden getwittert und auch an den IT-Newsticker Slashdot weitergegeben. Er schreibt in der Twitter-Nachricht, dass er versucht, das Geld von Wikileaks, welches sich momentan auf dem PayPal-Account befindet, so schnell wie möglich auf ein Wikileaks-Bankkonto zu übertragen. Auf der Webseite von Wikileaks erfährt man dazu noch, dass dies das zweite Mal sei, dass PayPal das Konto von Wikileaks sperrt. Das letzte Mal habe man über ein halbes Jahr warten müssen, um wieder über den Account zu verfügen. Einer erneuten Sperrung des PayPal-Accounts habe man versucht zuvorzukommen, indem man mit der Wau Holland Stiftung zusammenarbeitet, welche als "respektiert und angesehen" gilt.
Ebenfalls ist auf der Webseite von Wikileaks in diesem Zusammenhang zu lesen, dass PayPal regelmäßig Accounts von non-profit Organisationen sperrt. Dieses Vorgehen sollte die "weltweite Community" nicht akzeptieren, da PayPal lediglich als Zahlungssystem genutzt wird. Bei der Meldung auf Slashdot hat Henricson außerdem hinzugefügt, dass er hofft, dass die Sperre schnell beseitigt wird, da es sich um eine "gefährliche politische Entscheidung" von PayPal handelt.
(via Slashdot, thx!)
(Bild: Wikileaks-Logo)
Update:
Mittlerweile hat PayPal anscheinend das Konto von Wikileaks wieder freigegeben. Der entsprechende Spenden-Link funktioniert wieder. (Annika Kremer)
Update 2:
Nach Angaben der Zeitung taz wurde der Wikileaks-Account von den PayPal-Verantwortlichen bereits am Nachmittag des gestrigen Montag entsperrt. Grund für die Sperre war offenbar ein Missverständnis bezüglicher benötigter Unterlagen, ausgelöst durch Versäumnisse auf Seiten von PayPal. Bereits zuvor hatte Wikileaks ähnliche Erfahrungen mit PayPal gemacht und deswegen auf eine Kooperation mit der anerkannten Wau Holland-Stiftung gesetzt, um derartige Probleme zukünftig zu vermeiden.
Nach Angaben von Wikileaks-Mitarbeiter Daniel Schmitt könnte die zeitweilige Sperre für Wikileaks erhebliche nennenswerte Konsequenzen haben. "Die Sperrung des Kontos am Samstag kam vollkommen unerwartet, und mitten in unserem Fundingdrive. Piratebay hatte gerade einige Stunden vorher auf ihrer Homepage begonnen zu Spenden für uns aufzurufen," erklärte Schmitt. Wikileaks benötigt dringend Geld, um anfallende Server-Kosten, aber auch andere Kosten zu decken und zukünftig vielleicht, anders als bisher, auch seine Mitarbeiter bezahlen zu können. Bisher wird die Seite komplett ehrenamtlich betreut. (Annika Kremer)
Sowas, ein Missverständnis und nix politisches. Wer hätte das gedacht :D. Und natürlch geben sich beide gegenseitig die Schuld. Alles wie immer....
Zum Thema: schon eine etwas fragwürdige Aktion. Zumindest die Gründe müssten sie ihren Kunden (also Wikileaks) definitiv mitteilen, finde ich. Soviel Transparanz muss sein. Hä? Transparenz bei PayPal? :eek: Wovon träumst Du nachts? Dieser Verein ist v...
Meint ihr solche Infos wie sie veröffentlichen kann jeder Bürger besorgen, oder sie fliegen ihm sogar zu? Also mir flog noch nichts in der Richtung zu. Informanten und deren Sicherheit sind nur ein Aspekt. Und hier geht es auch nicht um Industrespionage bei irgendwelchen ...
Wenn ihr euch fragt, warum WL soviel Geld braucht, dann überlegt nochmal, was es außer Serverkosten noch so gibt. :rolleyes: Meint ihr solche Infos wie sie veröffentlichen kann jeder Bürger besorgen, oder sie fliegen ihm sogar zu? Also mir flog noch nichts in der Richtung zu. Informanten und de...
@Zapo: Doch, die Seite ist (zumindest mir) bekannt. Allerdings kommt man manchmal einfach nicht an Paypal vorbei, da es keine brauchbaren Alternativen gibt....