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03. Dezember 2007

Patent gegen Taser-Tod Schutzkleidung gegen Elektroschocker

Die "nichttödlichen Waffen" werden aktuell ja gerne als Mittel der Wahl gegen gewalttätige Umtriebe angesichts der beunruhigten Bevölkerung in manchen westlichen Staaten gehandelt. Zu dumm, dass Distanz-Elektroschocker, gemeinhin Taser genannt, gelegentlich keine beruhigten, sondern tote Menschen hinterlassen. Ein Anti-Taser-Schutzanzug ist nun als Patent zugelassen worden. Nach der Sturmhaube das nächste, nötige Accessoire auf der Demo?

Schließlich ist die Trennung zwischen Innen- und Außenpolitik externer Link in neuem Fenster folgtseit neuestem überholt, und angesichts des "Kriegs gegen Terror" findet der Krieg offenbar weltweit statt. Als Zivilist sollte man sich entsprechende Gedanken machen, wie man mit der neuen Gefährdungslage umgehen soll. Und nachdem in Polen und Kanada die ersten externer Link in neuem Fenster folgtTodesopfer nach Taser-Einsätzen zu beklagen sind, kommt das Patent auf Taser-Schutzkleidung offenbar zum richtigen Moment.

Oder zum falschen - wenn man davon ausgeht, dass mittels des Patents eine Marktmonopolstellung mit entsprechender Preisgestaltung entstehen könnte. Immerhin: alleine die Tatsache, dass ein Unternehmen davon ausgeht, mit der entsprechenden Technologie in Bälde Geld zu verdienen, sollte zu denken geben.

2005 wurde das Patent eingereicht und nun externer Link in neuem Fenster folgtzugelassen. Eine dreischichtige Schutzhülle - die mittlere leitend, um den Taser kurzzuschließen, die untere aus Kevlar oder ähnlichem Material, um ein Durchdringen des Tasers zu verhindern - sorgt für den Schutz des Trägers.

Das alles hört sich nach Technik an, die nicht allzu schwer nachzubauen sein sollte. Zwar droht in Deutschland nach wie vor Einkesseln und Knüppel aus dem Sack, will man gegen diverse Misstände protestieren, aber dass Technologie, die bisher Polizei und Militär vorenthalten war, nun allmählich in Bürgerhand gelangt, scheint ein Trend zu werden, welcher Potential für die Zukunft birgt.

"Wenn wir beobachtet werden, dann beobachten wir zurück", war ein Motto auf dem externer Link in neuem Fenster folgtCCC-Camp diesen Sommer, auf dem zum ersten Mal für Privatpersonen erschwingliche Drohnen vorgestellt werden. Aktionen wie externer Link in neuem Fenster folgtuberwach.de nehmen die Verbindungsdatenspeicherung vorweg und zeigen anschaulich, was in Regierungsbehörden so alles angesurft wird. Vom Nerdlobbyismus über den zivilen Ungehorsam bis zur Aneignung von Technologie stehen Möglichkeiten offen. Und trotz aller Aufrüsterei der Staaten gegen ihre Bürger: das Entwickeln von Technologie für jedermann bzw. -frau, die den staatlichen Maßnahmen entgegenwirkt, kann ein durchaus kreativer und lustvoller Prozess sein.

  • 21 Kommentare zum Artikel
  • wenn man sich das mal so ansieht, wird einem kotzübel. es gibt ja leute die sagen, es tut im grunde zwar sehr weh aber nicht übermäßig und nach dem tasern würde es einem in kürzester zeit wieder besser gehen. jeder polizist, der solch eine waffe bedienen will, sollte sich selbst damit abschiessen lassen. so wie die damit umgehen ist das soooooooooooo asozial. da würde man dem betroffenen doch am liebsten helfen

    Wandang am 05.12.2007 22:05
  • Lt. UNO ist der Taser eine Folter; aber wen interessiert das im Kampf gegen den Terrorismus.

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