gulli: P2P-Abmahnungen: DigiProtect lässt in England abmahnen

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18. November 2008

P2P-Abmahnungen DigiProtect lässt in England abmahnen

Die Kanzlei Davenport Lyons in England dürfte das Gegenstück zu den größeren Abmahnkanzleien in Deutschland darstellen. Mithilfe der Logistep Anti-Piracy AG hat die Kanzlei eine nicht näher benannte Zahl an Filesharern, die urheberrechtlich geschütztes Material getauscht haben, ermittelt und abgemahnt. Dabei lief nicht immer alles perfekt ab, sodass aus manchem großartigen Sieg vor Gericht gar bloß ein Versäumnisurteil wurde, weil die Beklagten nicht erschienen. Jetzt neigt sich ein deutscher Rechteinhaber sowie ein neues Anti-Piracy Unternehmen der Insel zu, um dort für Angst und Schrecken zu sorgen.

Im konkreten Fall wird der Pornofilm "Army Fuckers" abgemahnt. Dieser wurde 2006 in Holland durch die Firma Dream Logistics BV veröffentlicht und spielt während des 2. Weltkrieges. Der Schwulen-Porno enthält dabei eindeutige Anspielungen auf die Gestapo. Die Rechte am Film wurden jedoch vor einiger Zeit durch DigiProtect aufgekauft, welche nun mithilfe des bislang eher unscheinbaren Anti-Piracy Unternehmens DigiRights Solutions GmbH auf Filesharerjagd gehen. Dabei konzentriert man sich jedoch nicht, wie von DigiProtect gewohnt, auf den deutschen Markt, sondern versucht sein Glück neuerdings im Vereinigten Königreich. Ob hierbei ein Zusammenhang mit dem kostspieligen Zivilrechtlichen Auskunftsanspruch besteht, lässt sich leider nicht feststellen.

Die Abgemahnten stehen jedoch Forderungen von 500 Britischen Pfund (592 Euro) gegenüber, die binnen einer knapp gesetzten Frist nebst Unterlassungserklärung zu begleichen sind. Dass diese Forderungen dabei mitunter unberechtigt sein können, zeigte das jüngste Beispiel eines englischen Ehepaars. Dieses wurde von der Kanzlei DigiProtect Turn Piracy Into Profit P2P AbmahnungenDavenport Lyons beschuldigt, ein PC-Spiel verbreitet zu haben. Das Ehepaar hatte jedoch nach eigenen Aussagen noch nie eines gespielt, weshalb sie sich in ihrer Verzweiflung an ein großes britisches Lifestyle Magazin wandten. Binnen kürzester Zeit wurden die Forderungen der Kanzlei zurückgenommen. Man entschuldigte sich in aller Form für dieses Missgeschick, welches wohl durch einen Fehler entstanden war. Das Magazin fragte daraufhin äußerst spitz, wie viele Fehler dieser Art wohl geschehen würden. Die Antwort darauf steht jedoch noch aus.

Wir sind gespannt, wie sich die Abmahnmaschinerie in England entwickeln wird, wenn diese jetzt von deutschen Rechteinhabern befeuert werden die "Turn Piracy Into Profit" als Motto anführen und für eine unglaubliche Menge an Hardcore-Streifen als Rechteinhaber geradestehen. (Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

(Bild via screwtapes, thx!)

  • Irgendwie habe ich das Gefühl das diese Abmahnkanzleien einfach in Skript über "Das Örtliche" laufen lassen und posten die darin enthaltenen Adressen in den Briefkopf. Sehr lukrativ wenn auch nur 5 von 10 Leuten bezahlen, dafür würde ich das Port gern ausgeben

    Diablokiller999 am 19.11.2008 11:28
  • Hm... hört sich profitable an, vielleicht sollte ich da mit einsteigen

    Project_2501 am 19.11.2008 13:13
  • Scheint so als ob es in Deutschland jetzt deutlich schwieriger ist erfolgreich abzumahnen.

    roy joy am 19.11.2008 13:47
  • Tja der Markt in Deutschland gibt nicht mehr so viel her, also muss man wohl expandieren um weiterhin gewinnbringend zu "arbeiten"... Und wer brauch noch Produkte wenn er Abmahungen verschicken kann?

    Shinichi0815 am 19.11.2008 15:51
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