gullinews am Donnerstag, 12.07.2007 23:54 Uhr
Das Thema Pädophilie, Kindsmißbrauch und Kinderpornografie ist im Internet extrem populär: jegliche Überwachung, Restriktion und Kontrolle ist mit dem Argument zu rechtfertigen. Zahlreiche Aktionen kümmern sich um das Auffinden, Melden und strafrechtliches Verfolgen von Kinderpornografie im Netz, und nie sind der Maßnahmen genug. Allen gemein ist aber, dass sie aktiv werden, nachdem Kinder missbraucht, Material erstellt, Bilder veröffentlicht oder verkauft wurden. Für Kindsmissbrauch interessieren sich die einschlägigen Medien, die einschlägigen Trolle und die einschlägige politische Propaganda erst und nur dann, wenn er stattgefunden hat.
Geht es darum, Kindern diese wohl schlimmsten der denkbaren Schicksale zu ersparen, fehlt es an Geld und Interesse. Und insofern passt es hervorragend ins bigotte Bild, dass dem Pilotprojekt "Kein Täter werden" der Berliner Charite das Geld ausgeht. Just in dem Moment, in dem die Aktion Erfolge vermeldet.
Pädophilie ist nicht heilbar, aber kontrollierbar, so das Fazit der ersten Studienergebnisse, die in Berlin anfielen. 20 Männer mit pädophilen Neigungen wurden bislang therapiert, die Ergebisse sind vielversprechend. Geheilt werden kann vermutlich ein Pädophiler von seiner Neigung ebensowenig wie ein Heterosexueller von seinem Interesse an Frauen. Die Neigung unter Kontrolle zu halten und konkreten Missbrauch zu verhinern, ist jedoch eine Option, die die Forscher mit Therapie und Medikamenten realisieren konnten.
90 Menschen, die kein Täter werden wollen, nahm die Charite ins Programm auf, gemeldet hatten sich 550. Der Bedarf ist da - doch Politik wie auch die tumbe Schwanz-Ab-Fraktion wollen offenbar keinem Kind ersparen, missbraucht zu werden. Erst hinterher werden die meisten einschlägigen Stellen, Initiativen und Kampagnen aktiv, ermitteln gegen Anbieter von Bildern, Betreiber einschlägiger Verteiler, gegen Täter und Beihelfer.
Das Programm der Charite erspart den Kindern hingegen, dass sie missbraucht werden, bevor jemand zum Täter wird. Und ausgerechnet diesem Projekt geht das Geld aus. Die Förderungen der Volkswagenstiftung laufen aus, weder Staat noch Krankenkassen wollen offenbar verhindern, dass Kinder zum Opfer von Pädophilen werden. Lässt sich mit missbrauchten Kindern mehr verdienen als mit kontrollierten Pädophilen? Kann man mit Kinderleichenbildern im Internet bessere Propaganda machen? Und warum kann ein Projekt pleitegehen, welches nachweislich verhinderte, dass Kinder missbraucht wurden?
Die Zukunft des Projekts steht nun in den Sternen. Doch bislang gibt es offenbar nur Geld für Überwachungsmaßnahmen, Sonderkommissionen und (hoffentlich) die Betreuung entsprechend missbrauchter Kinder. Dafür, Kindern dieses Schicksal von vorneherein zu ersparen, gibts ab November kein Geld mehr. Aber mit Schwanz ab und Überwachung gewinnt man wohl mehr Wählerstimmen - wen interessiert da noch, dass man Kindern ersparen könnte, vergewaltigt und umgebracht zu werden?
Dass das Projekt der Charite überhaupt Probleme mit der Finanzierung anmelden muss, ist eine Schande. Für alle Menschen, die nicht damit einverstanden sind damit, dass man Kinder nach Belieben sexuell missbrauchen darf.
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J.M.Mierscheid am 26.09.2007 21:16:01: |
kuxxx am 26.09.2007 21:25:19: |
Sp00kyFox am 27.09.2007 03:00:30: |
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