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16. Januar 2006

Oscar-nominierte Filme in den Tauschbörsen

Syriana, Corpse Bride und andere mit Wasserzeichen released

Die Releases von Screenern für die Oscar-Juroren gehen weiter: schon seit einiger Zeit finden sich auf den einschlägigen Seiten die Tracker für die oscarnominierten Filme "Syriana", "Corpse Bride", "North Country" und "Memoirs of a Geisha". Die Quellen sind recht eindeutig: Studio-IDs und die bekannten "FOR YOUR CONSIDERATION"-Einblendungen kennzeichnen die Screener, die den Juroren für die kommende Oscar-Verleihung zugeschickt wurden.

Problematisch für die Releaser: die Filme sind mit Wasserzeichen ausgestattet, die das Auffinden der Quelle ermöglichen sollen. Entfernt wurden die Kennzeichnungen der Filme nicht, bevor sie den Weg in den Torrent fanden, und entsprechend könnten die nun kursierenden releases Rückschlüsse auf den Juror zulassen, dem sie zur Verfügung gestellt wurden.

Das Problem ist nicht neu: dem ehemaligen Oscar-Juror Carmine Caridi wurde die Mitgliedschaft entzogen, nachdem bekannt wurde, dass über ihn mehr als hundert Filme den Weg ins Netz angetreten hatten, nebenbei fielen einige hunderttausend Dollar Strafe an. Die jetzt eingesetzte Wasserzeichenlösung könnte zu ähnlichen Folgen für die releasenden Juroren führen, wenngleich die Beweislage nicht so eindeutig scheint, wie es die Anbieter entsprechender Wasserzeichentechnologie gerne darstellen. Auch eine personalisierte Vorabversion eines oscarnominierten Films geht durch zahlreiche Hände, bevor sie bei der Zielperson landet, und auf dem ganzen Weg von der Erstellung der Kopie bis zum betrachtenden Juror kann ein Rip abgegriffen werden.

Andere Maßnahmen gegen die gefürchtete Jurorenpiraterie leidet noch unter unerwünschten nebenwirkungen. Im nächsten Jahr sollen auch die Oscar-Juroren mit speziellen Playern von Cinea ausgestattet werden, welche als einzige Player in der Lage sein sollen, entsprechend geschützte DVDs abzuspielen. Der Cineaplayer kann nicht rippen, die Standard-DVD-Player können die DRM-verpackten Screener nicht abspielen: die Welt für Hollywood wäre wieder in Ordnung, wenn die Technik tatsächlich funktionieren würde. Was aktuell nicht der Fall ist: die diesjährigen British Film Academy Awards werden leicht verzerrte Ergebnisse haben, da zahlreiche Juroren die DRM-verseuchten Medien auch auf dem Cinea-Player nicht abspielen konnten.

Und selbst wenn diese Quelle über eine funktionstüchtige DRM-Lösung zum Versiegen gebracht werden könnte: ins Netz wandern die Filme dennoch, denn Möglichkeiten bestehen nach wie vor zuhauf, die Movies abzugreifen - auch ohne releasende Oscar-Juroren.

  • 2 Kommentare zum Artikel
  • Also entweder zahlt da jemand richtig gut oder die glauben immer noch, die Videos seien nicht identifizierbar. Ich tippe auf ersteres.

    Kanalradde am 17.01.2006 16:42
  • Wie man so eine Einblendung rausnehmen will, ist mir schleierhaft, denn der Text ist nicht nur in den schwarzen Balken oben und unten, sondern auch im Bild und ich sehe keine Möglichkeit, die dahinter liegenden Bildinformationen zu rekonstruieren. Und vielleicht ist es nicht unbedingt das Ende der Kette, sondern jemand in der Mitte.

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