gulli: Operation Site Down: Acht weitere Verfahren gegen Releaser eröffnet
28. Juli 2005

Operation Site Down Acht weitere Verfahren gegen Releaser eröffnet

US-Mitglieder mehrerer Releasegroups vor Gericht

Acht weitere Verfahren im Gefolge der beiden Busts in der Releaser-Szene wurden gestern eröffnet. Slyck nennt die Namen von 8 Bewohnern der USA, gegen die nun offiziell Anklage erhoben wurde, womit die Zahl der Gesamtklagen auf 20 steigt. Die Operation Site Down war nach der Operation Bucaneer der bislang größte Schlag gegen Releasecrews, von dem Topcrews wie Centropy, Goodfellaz, Hoodlum, RiSCiSO, Myth, Vengeance oder TUN mitbetroffen waren. Bereits Anfang des Monats wurden vier Verfahren eröffnet.

Die Angeklagten seien "führende Mitglieder in der illegalen Software-, Spiele-, Movie- und Musikverteilung im Netz, gemeinhin "Warez-Szene" genannt" und agierten als Anführer, Cracker, Supplier und Administratoren von Distributionsservern", so die Presseerklärung, um mit der charmanten Floskel zu schließen, dass all dies Annahmen seien und die Beschuldigten bis zum Urteil als unschuldig zu gelten hätten.

Die Szene hat sich nach dem Schlag jedoch erstaunlich gut gehalten, gulli.com konnte kurz nach dem Bust ein Interview mit einem Releaser führen, welches den Jubel der Strafverfolger durchaus relativiert. Indessen wird das Justizministerium nicht müde, der Klage der Software- und Medienindustrie das Wort zu reden und in den Sermon der angeblichen Milliardenverluste einzustimmen, die die Releaser der Industrie zufügen würden.

Delikat bleibt die Rolle, die das FBI bei den Ermittlungen gegen die Releaser gespielt hat. Kurz nach den Busts fielen die Namen "Chud" und "Lad" - zweier Server, die vom FBI betrieben wurden, sowie "Griffen", der Nick eines der eingeschleusten Agenten. Insgesamt drei FBI-Agenten hätten die Szene infiltriert, wie das Justizministerium bekanntgab, und inwieweit es eine etwas fragliche Taktik ist, sich aktiv an den nun zur Verhandlung gebrachten Taten zu beteiligen und dazu gar Ausrüstung, Hardware und Content zu liefern, ist bislang noch offen. In Schweden fielen die Ermittler nach einem zunächst bejubelten Bust auf die Nase, nachdem sich herausstellte, dass ein eingeschleuster Agent für zahlreiche Uploads und die Serverausstattung verantwortlich war. Indessen ist unwahrscheinlich, dass die Verfahren in den USA mit einem ähnlich harmlosen blauen Auge für die Releaser enden.

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