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13. Mai 2005
Online-Musikhandel Preiskrieg ohne echte KundenvorteileDie Wünsche der Fans werden weiter ignoriert Mit Yahoo! ist diese Woche ein weiterer Musik-Abodienst in den Ring gestiegen, um sich vom wachsenden kommerziellen Online-Musikmarkt seine Scheibe abzuschneiden: mit Preisen ab $6.99 im Monat für den Zugriff auf über eine Million Tracks greift der neue Wettbewerber seine Konkurrenten Napster und Rhapsody an, welche ein ähnlich umfassendes Angebot, wenngleich zu deutlich höheren Preisen anbieten. Dazu kaufte Yahoo! letztes Jahr MusicMatch zum Preis von 160 Millionen Dollar auf. Die Wünsche der Musikfans werden trotz des damit gestarteten Preiskampfs jedoch weiter ignoriert. Währenddessen fielen Napsters Aktien um 20% und musste CEO Chris Gorog eingestehen, eine so aggressive Preispolitik nicht erwartet zu haben - er rechne mit in Zukunft wieder steigenden Preisen der Abodienste. Der Kunde, dem dann das Angebot wieder zu teuer wird, steht nach seinen Investitionen mit leeren Händen da: seine Musikfiles sind dann nicht mehr abspielbar. Entsprechend ist Skepsis bei den Abodiensten angebracht: wer im Preiskampf nicht übersteht, wird sein Angebot einstellen müssen - dumm für die Kunden, die ein vergünstigtes Jahresabo abgeschlossen haben. Doch Yahoo greift auch iTunes an: alternativ zum Abo kann Musik auch dauerhaft erworben werden. Angesichts der $0.99, die der Track typischerweise bei Apple kostet, sind die $0.79 Yahoos zwar ebenfalls Kampfpreis, jedoch angesichts von DRM und beschränkten Abspiel- und Kopiermöglichkeiten nicht wirklich attraktiv. Zur ganzen Verwirrung zwischen Aboservice, Musikdownload, Abspielsperren, proprietären Formaten, kompatiblen und nicht kompatiblen Playern und Kopierschutz kommt eine Preislandschaft, die das Misstrauen der potentiellen Käufer weiter abschrecken dürfte. Spiegel Online berichtet von Preisspannen zwischen 25 Euro (Sony) und 9,99 Euro (MSN), zu denen ein Beispielalbum in den verschiedenen Online - Musikshops erworben werden könne. Hinzu kämen unterschiedliche Kopier- und Abspielsperren plus die bereits erwähnten Inkompatibilitäten. Yahoo läßt sich von dem Chaos nicht beirren, sondern startet nun einen Preiskrieg, durch den so mancher Abonnement wieder verschreckt werden dürfte - wenn erst der eigene Aboanbieter Konkurs gegangen ist, wird sich jeder User nochmal überlegen, ob er für einen ähnlichen Service nochmals Geld ausgibt. Auch bei den Playern und ihren proprietären Formaten orakelt kein geringerer als Bill Gates über das nahende Ende des iPod - die Mobiltelefone würden bald seine Rolle einnehmen, ob iTunes-geshoppte Musik auf diesen abspielbar sein wird, dürfte fraglich sein. Die Stärken der Tauschbörsen - frei kopierbare Formate, massenhafte Kompatibilität und keine Gefahr durch nicht mehr erhältliche Player - werden weiter ignoriert. Die Schwächen - unsichere Zukunft der Abodienste, der Formate, der Abspielbarkeit ständig wechselnder DRM-Systeme, fehlende Kompatibilität der verschiedenen Shops und der verwendeten Systeme und zu guter Letzt ein für den Kunden völlig unübersichtliches Angebots- und Formatwirrwar - werden wacker weiter gepflegt. Die Musikindustrie im 21. Jahrhundert. Verwandte News
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