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26. März 2007

Online-Durchsuchung BKA-Chef Ziercke spricht Klartext

Der taz erklärte BKA-Chef Ziercke heute, wie und in welchem Umfang die "Online-Durchsuchung" vonstatten gehen soll. Bzw., er erklärte, warum er manches nicht erklären könne. Und dass man "ganz private" Daten mitnichten überwachen will.

Denn wie eine Online-Durchsuchung nun technisch ablaufe, konnte er "natürlich nicht öffentlich erläutern." Immerhin glänzte er mit der Feststellung, dass die "Online-Durchsuchung" kein Hacking sei, denn Hacker

"...nutzen Sicherheitslücken aus, um Computersysteme anzugreifen. Hierbei gehen sie üblicherweise ziellos vor, das heißt tausende PC werden gleichzeitig attackiert in der Hoffnung, dass zumindest einige der Zielsysteme noch nicht über die neuesten Sicherheits-Updates verfügen".

Die Online-Durchsuchung sei zwangsläufig eine selten gewählte Option, da sie hohen Aufwand bedeute. Zierckes technisches Verständnis schien bei vergangenen Auslassungen zum Thema bereits nicht überwältigend, aber sein Statement gegenüber der taz lässt die Interpretation zu, dass auch Social Engineering zum Einsatz kommen soll, will das BKA einen Rechner ausspähen:

"So müssen wir in jedem Einzelfall eine Umfeldanalyse durchführen, wie wir am besten an den Verdächtigen herankommen."

In anderen Bereichen glänzt der BKA-Chef hingegen wie gewohnt mit vagen und technisch schwer nachvollziehbaren Äußerungen. So widerspricht Ziercke den Forderungen von Innenminister Schäuble, der den mutmaßlichen Terroristen unterstellte - Gipfel der Perfidie - Terrorpläne auch als Tagebücher zu tarnen. "Ganz private" Daten wolle man natürlich nicht durchleuchten:

"Wir können über die Verwendung bestimmter Schlüsselbegriffe steuern, dass ganz private Daten von der Polizei gar nicht zur Kenntnis genommen werden."

Womit sich der BKA-Chef einmal mehr in eine Zwickmühle bringt: denn wie dies technisch machbar sein soll, wird er kaum beantworten können, und natürlich ebenso wenig, wie der "ganz private" Charakter von Daten erkannt werden soll, ohne dass sie polizeilich überprüft werden.

Aber möglicherweise erläutert der BKA-Chef doch noch irgendwann, welche "Schlüsselbegriffe" Daten als "ganz privat" kennzeichnen.

(via)

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