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03. Mai 2008

Oink Bekanntgabe der Anklage erneut verschoben

Oink war vor noch sechs Monaten der wohl beliebteste nicht öffentliche BitTorrent-Tracker, bis er vor einem halben Jahr in einer gemeinsamen Aktion der holländischen und britischen Gesetzeswächter stillgelegt wurde. Der Termin für die Anklage des Besitzers und ehemaligen Admins Alan Ellis wurde zum nunmehr zum dritten Mal auf den ersten Juli 2008 verschoben. Zu Beginn des Verfahrens hieß es vonseiten der Polizei, dass man im Dezember 2007 die Anklage von Alan Ellis bekannt gebe, aufgrund der komplexen Beweislage verschob man diese allerdings um zwei Monate.

Die Hardware der Server war zu diesem Zeitpunkt bereits an den Administrator zurückgegeben worden, nachdem man den Inhalt der Festplatten gelöscht hatte. Im Februar wurde der Termin nochmals nach hinten verlegt, um dann erneut verschoben zu werden. Die Polizei wollte sich zu diesem wiederholten Verzug der Anklage nicht äußern. Wahrscheinlich braucht man schlichtweg mehr Zeit um von den noch untersuchten Computern, Laptops und Handys mehr Beweismaterial zu sichern.

Oink wurde von vielen ehemaligen Mitgliedern als der beste MP3-Tracker der Welt bezeichnet. Dort wurden hunderttausende Lieder in höchster Qualität angeboten. Zudem zeichnete sich der nicht öffentliche Tracker durch die hohe Anzahl der Alben aus, die dort vor dem offiziellen Verkaufsstart verfügbar waren. Kenner des Trackers sprechen von beinahe 60 Alben, die auf den Festplatten der Benutzer gespeichert waren, lange bevor man diese in der Theke der Musikgeschäfte bestaunen konnte.

Der führende Mitarbeiter der IFPI Jeremy Banks, der amerikanischen Behörde zur Bekämpfung von Internet-Piraterie, äußerte sich über Oink: "Das war kein Musikaustausch zwischen Freunden, das war ein globales Netzwerk von Leuten, die an Musik kamen, die ihnen nicht gehört und diese auch noch online stellten".

Aufgrund falscher Anschuldigungen der IFPI, behauptet die Polizei Oink sei eine Geldmaschine gewesen. Der Betreiber Alan Ellis soll angeblich hunderttausende Britische Pfund verdient haben. Dabei können die Mitglieder bestätigen, dass für die Teilnahme lediglich eine Einladung aber kein Entgelt verlangt wurde. Trent Reznor von der Gruppe Nine Inch Nails meinte kürzlich dazu: "Wenn die Benutzung von OiNK etwas gekostet hätte, ich hätte es in jedem Fall bezahlt!"

Sowohl die amerikanische IFPI, als auch die britische BPI, die der deutschen GEMA entspricht, sind für diese offensichtlich oink, filesharing, p2pirreführende Anklage verantwortlich. Sie hatten zudem die Domain der Website übernommen, um dort mit einer Ankündigung unter den Filesharern für Angst und Schrecken zu sorgen. Später hat der Admin die Rechte an seiner Domain zurückgefordert. Noch immer bleibt unklar, was dem Betreiber der Seite konkret vorgeworfen werden soll. Die Ermittler scheinen sich zu erhoffen, weitere aussagekräftige Beweise aufzutreiben.

Vielleicht wiederholt sich die Geschichte des ersten Busts von The Pirate Bay, aber bekanntlich lernt ein alter Hund nichts dazu. (Autor: bitrao)

(Via Torrentfreak)

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