Wie man zum Wohle des Volkes urteilt, hat der Supreme Court in New Jersey jüngst gezeigt. Dieses sprang regelrecht für alle Internetnutzer in die Presche und verteidigte den Datenschutz, den jeder Einzelne verdient, indem es festhielt: Keine Herausgabe von persönlichen Daten ohne einen richterlichen Beschluss.
Die Diskussion ist beinahe so alt, wie das Internet selbst - die Herausgabe persönlicher Daten durch den Provider an Dritte.
Auslöser war ein alter Fall aus Cape May County, wo eine Angestellte heimlich das Passwort ihres PC's änderte, über welchen (scheinbar) der einzige Zugang zu einem Lieferanten sowie wichtige weitere Datensätze bestand. Bei dem Versuch ihren Chef zu erpressen, konnten die Ermittler eine IP-Adresse des Providers Comcast sicherstellen, und verlangten daraufhin die Herausgabe sämtlicher persönlichen Daten des Internetanschlusses. Dieses Bestreben wurde verweigert, da das Gericht hierin einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Frau sah. Außerdem wurde festgelegt, das hier ein richterlicher Vorbehalt notwendig sei, damit solche Daten nicht leichtfertig ausgehändigt würden.
Fazit des gesamten Rechtsstreits: Auch wenn Justitia manchmal langsam und für manche zu langsam mahlt, so werden doch nach und nach auch Urteile gefällt, die auch wirklich dem Wohle des Volkes dienen. (Autor: Firebird77)
(Via Inquirer.de, Associated Press & Betanews.com, thx!)
Interessant. Gibt es im Amerika auch einen Heise-Verlag? So eine Art Parallelwelt? Hätte ich nicht gedacht.
Naja, für mich klingt dieses Urteil nach einem erneuten Blender. Ich meine, ist ja schön und gut, dass die nur mit richterlichen Vorbehalt an die Daten kommen, aber inwiefern das 1. durchgesetzt wird und 2. ob es sich wirklich landesweit ausbreitet (das Urteil). Ich denke nicht, dass man wegen einem Gericht in New Jersey, auch wenn es der Supreme Court war, direkt von einem "herausragenden" Urteil sprechen kann. Traurig ist indes ...