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17. November 2008
Obamas Netzpolitik Berater zur Internetpolitik sind Fürsprecher von NetzneutralitätDas von Barack Obama ins Leben gerufene "Obama-Biden Transition Team" ist ein ganzer Stab an Beratungsgremien, die im Vorfeld von konkreten politischen Maßnahmen und Gesetzesvorhaben ausgiebige Analysen zu verschiedenen Themenfeldern erstellen und konkrete Handlungsanweisungen geben. Die Besetzung der Experten für die Netzpolitik ist indes positiv ausgefallen. So sind zwei sich zur Netzneutralität bekennende Experten zuständig für das Internet. Susan Crawford und Kevin Werbach sind die Personen, die sich in der "Obama-Biden Transition Group" mit den Fragen von Technologie und Internet auseinandersetzen. Beide waren scharfe Kritiker der Netzpolitik der Bush-Regierung. Susan Crawford ist Professorin an der University of Michigan Law School, wo sie vor allem Kommunikations- und Internetrecht lehrt. Bis vor kurzem saß sie außerdem im Aufsichtsrat der ICANN, welche sich bekanntlich mit Standardisierungsfragen des Internets auseinandersetzt. Crawford sollte also wissen, wovon die Rede ist, wenn es um Internetpolitik geht. Sie sagte: "Der Grund für das Scheitern der Netzpolitik der letzten Jahre liegt darin begründet, dass es uns nicht gelungen ist, eine amerikansiche Industriepolitik zu etablieren, die vor allem auf Hochgeschwindigkeitsinternet abzielt. Es gibt in diesem Land nur inadäquaten Wettbewerb in diesem Bereich." Sie sprach davon, dass der Internetzugang vor allem eins sei: ein "Werkzeug" - vergleichbar mit Wasser, Elektrizität oder dem Kanalsystem. Etwas, was jeder Amerikaner als Grundversorgung benötigt, um in unserer modernen Zeit zu überleben. Man muss sich vor Augen führen, dass noch vor wenigen Wochen, unter der Führung Bushs, die Rede war von "Regulierung" und "Ausschluss von Filesharern" zum "Schutz geistigen Eigentums".
Durch das Lesen von Werbachs Kolumnen kann man sich ein gutes Bild von dem machen, was er über Technologie und das Internet denkt. Dabei lässt sich ein Plädoyer für die Befreiung der Marktkräfte herauslesen, zugunsten von Innovationsfähigkeit, neuen Technologien und freien Entscheidungen der Kunden. Hält man sich die Debatte um Netzneutralität der letzten Monate vor Augen, so geht es ihm konkret vermutlich um Peer-to-peer sowie BitTorrent. Er schreibt beispielsweise in einer Kolumne über Preisgestaltung der Telekommunikationsunternehmen: "Wenn die Nutzer die Wahl haben, werden die dazu tendieren, diese Wahl mit Geld zu treffen. Wenn das Preismodell nicht den Wert widerspiegelt, den sie von der Applikation oder dem Service erwarten, werden sie ihn weniger nutzen." Entfernt könnte man nun an die Debatten um DRM Musik und faire Angebote der Musik- und Filmindustrie denken. Mit Fürsprechern für Netzneutralität und Entfesselung von Marktkräften gegenüber Regulierung ist indes die Copyright-Debatte weder angesprochen noch gelöst. Es bleibt weiterhin die Frage, wie man dieses Problem beseitigen kann. Jedenfalls ist in den nächsten Jahren zumindest nicht damit zu rechnen, dass dieses anhand von Internet Service Providern erfolgt, die bestimmte Protokolle oder Applikationen bewusst verlangsamen werden, sondern auf eine andere Art und Weise. Findet die Industrie am Schluss doch noch den Weg zu fairen Angeboten gegenüber ihren Kunden? (020200) (via Wired, thx!) Verwandte News
Trackbacks
Weiterlesen link funktioniert nicht! Cloud10 am 17.11.2008 08:25
Amis und Neutralität, da bin ich aber mal gespannt. Lajiola am 17.11.2008 09:37
Das Widerspricht sich doch total ... Und außerdem - wieso sollte es Europäer etwas angehen, was die Ammis machen? Selbst wenn die wieder mehr Rechte bekommen, wir haben so oder so nichts davon. Schließt euch der Piratenpartei an! mfg, Markus markus4321 am 17.11.2008 15:46
Vielleicht hat Obama auch andere Dinge mit dem Urheberrecht vor: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29201/1.html Toronto am 24.11.2008 14:56
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