gulli: Novell begräbt Kriegsbeil mit Microsoft: OpenOffice.org wird zukünftig XML-Format unterstützen

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05. Dezember 2006

Novell begräbt Kriegsbeil mit Microsoft OpenOffice.org wird zukünftig XML-Format unterstützen

Gestern verkündete die Firma Novell in seiner Pressemitteilung, dass deren Office-Paket OpenOffice.org zukünftig das Microsoft-eigene Office Open XML-Format unterstützen wird. Die PR-Manager von Novell sehen darin eine effektive Ankurbelung ihrer kostenlosen Bürosoftware.

Kritischere Stimmen, wie die beim Groklaw-Blog, sehen darin eher eine Abspaltung vom ursprünglichen Open Source Gedanken und ein Ausverkauf an den Branchenriesen. Praktisch wird es schon sein, wenn man zukünftig die Dateien beider Softwarelösungen benutzen und diese untereinander austauschen kann. Aber natürlich gibt es dann andererseits auch keinen Grund mehr für die Benutzer der MS-Software, sich die kostenlose Bürosoftware anzuschauen, bzw. sich in die Fraktion der über einhundert Millionen OpenOffice.org-User einzureihen.

Open Office.org LogoDer Einigung zwischen den beiden Firmen war eine Beilegung ihres Rechtsstreits in Patentfragen voran gegangen. Nach der Bekanntgabe des Waffenstillstandes wurden Stimmen laut, Novell hätte sich von den Redmondern vereinnahmen lassen. Beobachter sehen die Eigenständigkeit der freien Software als gefährdet an. So bleibt auch die spannende Frage, in welchem Format OpenOffice.org seine Dateien zukünftig per Voreinstellung abspeichern wird. Bleibt es wie angekündigt beim hauseigenen ODF? Oder gibt man dem kapitalen Druck derart weit nach, so dass defaultmässig im Microsoft-eigenen Format gespeichert wird?

Growklaw dazu:

Ich glaube es ist jetzt klar, welchen Vorteil Microsoft aus diesem Deal ziehen wird - sie überzeugen damit Unternehmen, bei der Benutzung von Microsoft Office zu bleiben, weil der Wechsel zu Linux nicht mehr nötig ist. Auch können diese Firmen dann ODF importieren, ohne die Benutzung von MS-Produkten aufgeben zu müssen.

Während Novell dies als "Novell OpenOffice.org" ankündigt, würde ich es "Den Ausverkauf von Linux OpenOffice.org" bezeichnen.

Geld kann merkwürdige Dinge mit Menschen anstellen. Und Microsoft ist sich dessen bewusst.

  • 6 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von gulli:news Gestern verkündete die Firma Novell in seiner Pressemitteilung, dass deren Office-Paket OpenOffice.org zukünftig das Microsoft-eigene Office Open XML-Format unterstützen wird. Die PR-Manager von Novell sehen darin eine effektive Ankurbelung ihrer kostenlosen Bürosoftware. Zweifach im Geschäfts zu sein ist doch besser als nur einfach (in der OSS-Niesche).

    Gravenreuth am 05.12.2006 18:55
  • ups .. so kurz nebenbei , ist OO.org nicht von Sun ? BlackFighter

    BlackFighter am 05.12.2006 23:48
  • Ja, Novell gibt halt eine eigene Version davon raus. Wir können auch ein gulli:board Open Office machen und irgend ein anderes lustiges Format unterstützen. (Wirklich schlau werde ich aus Spekulationen des Artikels über OOo, bzw. der fehlenden Kenntlichmachung nämlichen Sachverhaltes aber auch nicht.) Jedenfalls: Ich möchte diese MS Dokumenten öffnen können, je mehr Möglichkeiten desto besser. Und ganz nebenbei: deine Signatur ist hart ...

    Stoertebeker am 05.12.2006 23:57
  • @Stoertebeker: Gute Frage ... ich hab genug. Nur mein Land ist eines der wichtigsten Dinge... Wenn du was dagegen hast ... von mir aus.Ich bin weder Rechts- noch Links, aber ich darf trotzdem auf mein Land stolz sein.Ich kann es nicht leiden, wenn jemand nicht würdigen kann, das wir in einem Land mit nahezu kompletter Chancengleichheit aufgewachsen sind. Meine Signatur ist nur auf das ******* links(extremistische) Geschwafel von gewissen ...

    BlackFighter am 07.12.2006 14:01
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