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22. August 2006

NMPA Gitarrentabs und Songtexte im Visier

Mehrere bekannte Webseiten mit Gitarrennoten und Tabulaturen sowie Songtexten gingen nach Anschreiben der National Music Publishers' Association (NMPA) und der Music Publishers' Association (MPA) down. Die meist von Fans herausgehörten Gitarrennoten verstoßen gegen die Rechte der Urheber. Betroffen sind unter anderem olga.net und guitartabs.com. Genehmigte Bezahldienste für Gitarrennoten decken weniger als ein Viertel der gängigen Musik ab.

Durch die privat herausgehörten und aufgeschriebenen Tabulaturen seien die Verkaufszahlen von Noten und Tabulaturen seit den Neunzigern deutlich gefallen. Im Schnitt seien 1990 von einem gut verkauften Track 25.000 Notenblätter verkauft worden, heute allenfalls 5.000, so die MPA.

Kritiker empfinden das Vorgehen gegen die Musiker als Gier - Tabulaturen und Noten sind naturgemäß nur für Musiker interessant, die selbst spielen und Musik machen. Sich auf kommerzielle Angebote zu verlassen ist einerseits teuer, andererseits ein frustrierendes Unterfangen: allenfalls ein Viertel der gängigen Musik sei überhaupt in Noten- oder Tabulaturform verfügbar.

Laut der MPA werden Produktionskosten von im Schnitt 800 Dollar für einen notierten Track fällig. Daraus resultieren Preise um die 5 Dollar pro Track bei einem kommerziellen, lizenzierten Dienst wie beispielsweise musicnotes.com.

Die Fans und Musiker auf den einschlägigen Sites und Newsgroups erledigen die Arbeit umsonst - entsprechend sind die Noten und Tabulatoren auch kostenlos für andere Musiker verfügbar. Hinzu kommt das weitaus größere Angebot. Für einen Großteil der Songs würde sich eine kommerzielle Erstellung und Vermarktung der Tabsheets niemals lohnen.

Dennoch setzt die MPA ihr drastisch angekündigtes Vorgehen nun in die Tat um. Letzten Dezember forderte MPA-Präsident Lauren Keiser Haftstrafen für Anbieter von Songtextseiten.

Unbestreitbar leisten die Tab-Seiten einen bedeutenden Beitrag für eine große Zahl von Musikern. Weiterhin haben sie unter Beweis gestellt, dass sie ein weitaus breiteres, umfassenderes und lebendigeres Angebot zustande bekommen, als es kommerzielle Anbieter jemals könnten. Und einmal mehr gehen die Verwerter - nun unmittelbar erkennbar - gegen exakt die Leute vor, deren Interessen sie zu vertreten vorgeben - nämlich gegen Musiker, die Musik machen.

  • 8 Kommentare zum Artikel
  • ich kann schon sachen raushören (beispiel gitarre weil ich gitarrist bin) also wenn das in Deutschland wieter so geht muss ich ernsthaft darüber nachdenken Österreichische Staatsbürgerschaaft anzunehmen und rüberzugehen. zurück zum thema: ich denke wenn das so weiter geht, besteuern die nächstes jahr noch die gitarre mit der begründung, dass man urheberrechte verletzten könne (würde zu ihnen passen) und in zwei jahren dann die fähigkeit ...

    Elfdruck am 24.08.2006 08:56
  • Zitat: Zitat von !Action_Arnie  VIVA POWERTAB-EDITOR powertab sux, guitar pro 5 rulez^^ @elf also tabs suche ich immer mit 911tabs.com so ne art datenbank. soweit ich weiß bietet nur mysongbook.com (also ich meine jetzt von den wirklich guten tabs) keine tabs mehr an. schon schade weil es wirklich die source schlecht hin für gp files war. ansonten ist ultimate-guitar meine wahl. EDIT: ...

    Barc0de am 24.08.2006 16:01
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