gulli: Nintendo und Wii Music: Erneut Rekordgewinn erwartet, statt Angst vor globaler Finanzkrise

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02. November 2008

Nintendo und Wii Music Erneut Rekordgewinn erwartet, statt Angst vor globaler Finanzkrise

Im Gegensatz zu den Kollegen der Brache von Sony und Microsoft sieht Nintendo die Gefahr nicht, dass Verkäufe im Videospielbereich zurückgehen. Zumindest im Hause Nintendo ist man sich sicher, auch im Jahr 2008 wieder einen Rekordgewinn erzielen zu können. Das Weihnachtsgeschäft soll dabei helfen und unter anderem das neue Spiel Wii Music das Zugpferd sein. Es wurde von Shigeru Miyamoto persönlich entwickelt - er war schon verantwortlich für Super Mario, Donkey Kong, The Legend of Zelda und weitere Nintendo Titel.

Nintendo ist der Meinung, dass die Unterhaltungsindustrie von der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung relativ losgelöst ist, beziehungsweise nicht so stark unter der Krise der globalen Finanzmärkte leiden wird wie andere Zweige der Industrie. In der Vergangenheit wäre es auch schon so gewesen. Japan ist zwar nicht so stark von der Finanzkrise betroffen wie vor allem die USA, jedoch ist gerade der amerikanische Markt ein äußerst wichtiger, auch für Nintendo. Doch während die beiden großen Konkurrenten X-Box (Microsoft) und Playstation (Sony) von Umsatzrückgängen ausgehen, sieht die Lage bei Nintendo anders aus. So sagte Nintendos Präsident Satoru Iwata auf einer Pressekonferenz am 31. Oktober, dass man vom Gegenteil ausgehe. Das kommende Weihnachtsgeschäft soll, zusätzlich zu den Jahreseinnahmen von 2008, Nintendo das dritte Jahr in Folge einen Rekordgewinn einbringen.

Als Begründung gab man unter anderem an, dass Nintendo exzellent aufgestellt sei: Ihre Konsolen richten sich im Gegensatz zu denen der Konkurrenten weniger an ein spezialisiertes Publikum, sondern prinzipiell an jeden zwischen 5 und 95. In finanzschwachen Zeiten würden viele die relativ günstige Nintendo Hard- und Software, welche gezielt als Familienunterhaltung verkauft wird, als Alternative zu sonstigen Unterhaltungsmöglichkeiten außer Haus sehen. Ein Wii-Titel zum Beispiel könnte da schon eine Alternative zum Kinobesuch darstellen. Daher würde man die Spiele, obwohl es eine Ausgabe ist, als Einsparmöglichkeit betrachten - anders als bei der Konkurrenz. Denn dort seien die Spiele eher potenzielle Ausgaben, die man in finanzschwachen Zeiten einsparen kann.

Im Hause Nintendo ist man auch der Auffassung, dass sich die Konsolenhardware besonders gut verkaufen lässt, wenn es ein oder zwei Spiele gibt, die die Kundschaft unbedingt haben will und sich dafür extra die Hardware zulegt. Für diesen Fall wird nun "Wii Music" erscheinen. Es stammt aus derselben Reihe wie Wii Sports und Wii Fit. Es gilt mehr oder weniger als Konkurrent zu Guitar Hero und Rock Band, da es sich auch um ein interaktives Musikspiel handelt.

Ganz anders aber als Guitar Hero oder Rock Band geht es nicht darum, bekannte Songs möglichst perfekt nachzuspielen, sondern eher darum, eine eigene Musiksession zu starten. Es gibt nur einige wenige Spielmodi mit Punktzahlen. Nach Angaben des Blogs MTV Multiplayer sei das vorrangige Ziel, einen möglichst guten Videoclip der eigenen Jam Session zu erstellen, der den eigenen, persönlichen Stil repräsentiert.

Wii MusicMit dem Wiimote- und dem Nunchuck-Controller "spielt" man dabei einzelne "Musiker" mit ihren Instrumenten ein. Also mal Trompete, Gitarre oder sogar ein Schlagzeug (dafür kann man das Balance-Board von Wii Fit als Fußpedal nutzen). Es werden die Spuren nacheinander eingespielt, und es soll auch genügend Freiraum für Interpretationen bleiben. Wenn man schlecht spielt, kann man das Spiel nicht verlieren, aber schräge Musik ist dann das Ergebnis. Dabei reicht die Bandbreite von einfachen Melodien bis hin zu komplexen Kompositionen.

In Interviews äußert sich der Entwickler Shigeru Miyamoto: "Wir versuchten bei Wii Music das Videospiel wieder zurück zu den Ursprügen zu bringen: Als Videospiele ein eigenes Interface hatten und die Art der Interaktion so einfach war, dass sie jeder sofort versteht und damit Spaß haben konnte." Es waren ihm daher vor allem zwei Aspekte wichtig. Zum einen sollte das Spiel sowohl für Hardcoregamer, als auch für Gelegenheitsspieler interessant und für längere Zeit unterhaltsam sein. Zum anderen sollte das Spiel nicht nur für den Spieler, sondern auch für Zuschauer Unterhaltung bieten. Weiter sagte er: "Ich frage mich, ob man Wii Music eigentlich Videospiel nennen sollte, oder ob es nicht eher soetwas wie ein neuartiges Musikinstrument darstellt. Du kannst Wii Music nach Hause bringen, und in wenigen Minuten kann jeder in der Familie, unabhängig von den musikalischen Fähigkeiten am Instrument, loslegen und eine Reihe von Instrumenten spielen, dabei nicht nur einfach Töne erzeugen, sondern tatsächlich Musik machen. Man kann in kurzer Zeit Musiker und Komponist werden, und zwar ohne die Barriere, dass man jahrelang ein Instrument spielen, Noten lesen oder Musiktheorie einüben muss. In dieser Hinsicht ist es etwas, was einem kein anderes Videospiel oder eine andere interaktive Erfahrung bieten kann." (020200)

Wii Music

(via Business Week, SFGate, thx!)

(Bilder via MTV Multiplayer)

  • Naja, für Entertainment und Spaß sind die Leute immer zu haben... wen wunderts?

  • Irgendwie kann ich mir des sehr gut vorstellen. Denn gerade die kleinen Spricht Nintendo sehr an. Sehe ich bei meinen kleinen Cousins, denn die kennen und wollen keine PS oder Xbox - Nein - nur ne Nintendo WII oder nen DS. Und grad die kleinen können ihre Eltern zur Weißglut treiben wenns um Weihnachten und Wünsche geht

  • Zitat: Zitat von Tux390  Naja, für Entertainment und Spaß sind die Leute immer zu haben... wen wunderts? Ach, gerade wenn solche Krisen hereinbrechen wünschen sich die Menschen ein bisschen Ablenkung. Man will sich ja nicht immer Sorgen machen müssen. War doch auch schon 1923 und 1929 so: Die Kabaretts und und Kinos hatten Hochkonjunktur, da die Menschen sich nach Ablenkung von der Realität ...

    Bombsquad85 am 02.11.2008 11:50
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