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15. Mai 2005

Neue Welle von Nazi - Spam rollt an (Update)

Sober.j - Botnetz in Betrieb gegangen?

Seit gestern Nacht berichten User wieder vermehrt von Nazispam, der offenbar über Botnetze verschickt wird - die Absenderadressen sind in der Regel Fakeeinträge "normal" aussehender GMX- oder Web.de - Adressen, während sie aber von gängigen ISPs aus verschickt wurden - T-Online, Arcor oder hispeed.ch.

Die Strategie passt zur letzten Infektionswelle mit einer deutschen Sober.J - Variante, die durch das Anlegen der 0-Byte-Datei "Odin-Anon.ger" im Windows - Systemordner gezielt die Infektion mit weiteren Wurmvarianten verhinderte, welche ebenfalls von den Faschos für die Infektion von Rechnern und ihrer anschliessenden Verwendung als Versender von Nazispam - Attacken gebraucht wurden. Bereits 2004 lief eine größere Welle rechten Spams durchs Netz. Bisher ist das Mailaufkommen mit der damaligen Spam-Schwemme nicht zu vergleichen.

Möglicherweise ist die jetzige Welle von Spam eine Reaktion auf die Hack the Nazis - Aktionswoche, zu der unter anderem von Indymedia mit Beginn am 8. Mai aufgerufen wurde. In der Folge wurden eine Reihe von Naziseiten gehackt und defaced.

Beispiele für Headlines und Inhalte sind auf dem gulli:board gesammelt. Werbung wird nicht nur für die einschlägigen braunen Sümpfe wie Junge Freiheit, Die-Kommenden oder Rock Nord gemacht, sondern es werden auch Artikel aus Welt und Spiegel angeführt, die teilweise jedoch nur noch kostenpflichtig angeboten werden, weiterhin Artikel von Heise, welche auf die zunehmende Überwachung hinweisen - die für sich genommen durchaus relevant sind, von den Nazis aber in der Regel zur Selbststilisierung als verfolgte Opfer verwendet werden.

Während bei der jetzigen neuen Spamwelle davon ausgegangen werden kann, dass die übliche dümmliche Hetze, die die Rechten betreiben, denkende Menschen ohnehin nicht weiter beeinflussen dürfte und nur als weitere Welle in der Spamflut User nerven dürfte, stellt das Defacement von Faschoseiten durchaus ein probates Mittel im Kampf gegen Rechts dar, welches durch die alleinige und temporäre Auswirkung auf Faschoseiten - ohne Ärger für unbeteiligte Dritte, wie es die jetzige Spamattacke der Rechten zur Folge hat - durchaus anwendbar und gerechtfertigt sein kann.

Update: Verursacher sei eine nachgeladene Sober-Variante, Sober.Q, wie Kaspersky vermeldet: sober.p - infizierte Rechner hätten den neuen Code automatisch nachgeladen und nun den Mailversand ausgelöst. Als Anlaß vermutet Futurezone die anstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen.
15.05.2005

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