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17. Mai 2008

Neue Vermarktungsstategie Zum Konzert das neue Album umsonst dazu?

Der Musikexperte Bob Lefsetz hatte auf seinem Blog letztens eine wirklich gute Idee: Warum bekommt man für sein Ticket nicht das letzte Studioalbum des Interpreten beziehungsweise der Gruppe als Bonus oben drauf? Mit den Umsätzen aus den Konzerttourneen wird mittlerweile in der Musikbranche sowieso das meiste Geld verdient. Warum das Pferd nicht von hinten aufzäumen und die Musik zum Auftritt als Zugabe verschenken?

Bob Lefsetz kritisiert, dass die Besucher eines Konzerts oft nur die alten Hits hören wollen, die sie schon aus grauer Vorzeit kennen.

Wer als Musiker neue Kompositionen singen will, muss laut Lefsetz ins heimische Badezimmer unter die Dusche gehen, die Fans wollen die aktuellen Songs auf dem Konzert oft nicht hören. Auch hier könnte das Konzept greifen: Die Besucher lernen durch die kostenlose Platte noch mehr Musik ihres Lieblingsinterpreten kennen und kaufen später eventuell auch eines der anderen Alben. Die Band könnte ohne jedes schlechte Gewissen ihre ganzen Hits während der Show spielen, das neue Material lernen die Musikfans durch die CD kennen, die sie hinterher am Ausgang ausgehändigt bekommen. Wie wäre die Reaktion, Radiohead würde ausschließlich die Lieder von "In Rainbows" spielen, während das Publikum auf ihre Oldies wie "Creep", "Karma Police" oder "High and Dry" wartet?

Dazu kommt die Tatsache: Ein Großteil der Einkünfte von Tourneen wird schon im Vorfeld eingenommen. Bis auf die Erlöse der Merchandise Artikel und die an der Abendkasse verkauften Karten könnten sich neue Studio Produktionen so schon im Vorfeld finanzieren. Zumindest prominente Vertreter der Branche könnten auf die Musikindustrie als Vermittler komplett verzichten, wenn sie ihre Musik zusätzlich zum Konzertalbum in ihrem eigenen Online-Shop auf ihrer Website vertreiben. free album, concert, rolling stonesWeniger bekannte Künstler sind zumeist noch immer auf die Unterstützung der Plattenfirmen angewiesen.

Trotzdem ist die Idee nicht die Schlechteste, Mr. Lefsetz knows what he's talking about - er betreibt seinen "Lefsetz Letter" schon seit 20 Jahren, zunächst auf Papier, später als E-Mail Newsletter und jetzt in Form eines Blogs.

(Via techdirt, thx!)

  • 18 Kommentare zum Artikel
  • 60 € für ein einziges Konzert ? Wer kann das denn bezahlen ??????? Also ich hab keine Ölquelle im Garten... Da sollten auf jeden Fall 3 CDs mit drin sein, ist ja der Hammer. Aber wenn Konzerte schon ohne CDs soviel kosten, dann werden Konzerte auf jeden Fall mit CDs teurer werden, kann mir nicht vorstellen das die CDs verschenken werden. Wird zwar heißen "Gratis dazu" aber dann kostet das Konzert dann eben 75€ oder so, hurra es ...

    CharlesBukowski am 18.05.2008 21:11
  • So viel kosten Konzerte berühmter Künstler, ja. Die meisten Musikliebhaber sind auch bereit solche Preise zu bezahlen, ich nicht, ich kann mir das leider nicht leisten. 20 Euro sind ja noch OK für mittelbekannte Gruppen, 60 gehen über mein Budget und ich bin auch kein häufiger Konzertbesucher. Dass mit den 75 Euro wird wohl nicht der Fall sein. ICH glaube es wird eher in die Richtung gehen, dass dann einfach eine minderwärtige Version des ...

    Project_2501 am 18.05.2008 21:22
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