Pünktlich zum Start der diesjährigen Karnevalssaison, am 11.11.2004, stellt Microsoft seine Suchmaschine der Öffentlichkeit vor. Die offizielle Testversion gibt es in 11 Sprachen, hier die deutsche Versionbeta.search.msn.de.
Microsofttypischwird auch bei diesem Projekt wieder einmal versucht, den werten Nutzerndas Denken abzunehemen. So ist es natürlich moralisch nicht vertretbar,dass deutsche User nach Begriffen aus den Bereichen der Erotik suchendürfen. Die für uns erstellte Blacklist von "Pfui-Begriffen" ist sehrumfangreich und - das ist vielleicht wieder ziemlich typisch - gehtmeistens total am Ziel vorbei. So erhält der suchende Deutsche bei derSuchanfrage nach MSexchange den Hinweis, dass es sich bei Microsofts eigenem Produkt möglicherweise um sexuelle Inhalte handeln könnte.
Da mich MSN auch bei meinen Suchanfragen zu nackte Tatsachen und penisdarauf hinweist, dass es sich möglicherweise um "sexuelle Inhalte"handelt und mir jedwede Ergebnisse vorenthält, versuche ich es halteinmal mit der Suche nach sexuelle Inhalte. Ohh, prima.- da sind sie ja: 45.675 Ergebnisse :-)
Mal im Ernst: Vielleicht hätte Microsoft seine Kapazitäten lieber indas Vorhaben stecken sollen, vernünftige Software und ein sicheresBetriebsystem zu entwickeln. Was das Administrieren von Suchmaschinenangeht, haben sie allemal noch sehr viel Arbeit vor sich.
Besucht man hingegen die internationale Seite, bekommt man bei Eingabe der gleichen Suchanfrage durchaus Ergebnisse gelistet. Diese haben zudem auch noch eine gewisse Relevanz.
Fazit
Es ist Zensur,was die amerikanischen Suchmaschinen deutschen Benutzern gegenüber anden Tag legen. Mit MSN wird es voraussichtlich nicht möglich sein,erotische Inhalte zu suchen (und es werden etliche andereSuchergebnisse von den rigiden Filtern betroffen sein). Auch googlegeht einen ähnlichen Weg. Seit Neustem bekommen deutsche Surfer keineAdSense-Werbung mehr zu sehen, die erotischer Natur sein könnte. gulliberichtete darüber in seinem Beitrag.
Die Zensur wird sich nicht auf Erotik und rechtsradikale Inhaltebeschränken. Mittelfristig werden wir es mit Anbietern zu tun bekommen,die meinen entscheiden zu dürfen, was wir im Internet zu sehen bekommenund was nicht. Aus meiner Sicht bleibt da nur zu hoffen, dass sie sichmit dieser Vorgehensweise selber das Wasser abgraben. Derzeit nutze ichimmer öfter alternative Suchmaschinen, allen voran Yahoo.
12-11-2004, (ag)