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18. April 2008

Netzneutralität Lawrence Lessig fordert klare Regeln

Internet Service Provider geraten immer mehr in den Fokus von Politik und anderen Interessen, wo auch die aktuelle Diskussion zur Netzneutralität ansetzt. Es ist die neutrale Gleichbehandlung von Internetverkehr, die das Internet so erfolgreich gemacht hat, sagte Lawrence Lessig in einem Workshop, der von der Federal Communications Commission in Stanford anlässlich der Sperrung von Bittorrent durch Comcast veranstaltet wurde.

Lawrence Lessigs Argumentation zusammengefasst: Unternehmen würden Mechanismen nutzen, um Konkurrenz zu bekämpfen, um sich nicht dem Wettbewerb stellen zu müssen. Aktuelle Fälle von Internet Service Providern, wie beispielsweise Comcast gegen Bittorrent, wäre ein Fall der zeigt, dass auch an dieser Stelle versucht wird, Marktvorteile zu sichern. Lessig aber sagt, dass man Internettechnologie mit der technischen Infrastruktur von Strom vergleichen sollte. Die Steckdose unterscheidet nicht, ob man einen Fernseher oder ein Radio einsteckt oder ob man Pay TV oder Free TV schaut. In diesem Kontext sieht er auch das Internet. Die aktuelle Diskussion um die "Netzneutralität" ist, in den Worten Lessigs, eine Diskussion um die Infrastruktur von Ende-zu-Ende (e2e), also rein technologisch gesehen von Rechner zu Rechner, die nicht von Marktinteressen überlagert werden soll.

Seine Kritik an der Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) ist, dass sie bisher keine klaren Regelungen zur technischen Infrastruktur für das Internet gefunden haben. Er sagt, dass ein klares Statement zur technischen Handhabung auch die Internet Service Provider dazu bringen würde, mit ihren Marktmodellen zu reagieren, beziehungsweise sie dazu bewegen würden, nicht wahllos und aus Eigeninteressen motiviert, den Internetverkehr zu manipulieren. Ein klares Statement zur Netzneutralität seitens der FCC würde dazu führen, dass die Service Provider den Konkurrenzkampf nicht auf technologischer Ebene austragen würden, wie es jüngst erfolgt ist. Momentan würde man beobachten können, wie Provider vermehrt versuchen, den Internetverkehr zu manipulieren, um eigenen Profit zu erhalten.

Vertreter der FCC aus dem Lager der Demokraten äußerten sich in die Richtung, dass es neuer Kräfte bedürfe, um die Technologieunternehmen zur Netzneutrallität zu bewegen. Angehörige der Republikaner warnten vor eine Überregulierung. Resümierend äußerte sich Kevin Martin von der FCC, dass die aktuellen Regelungen genügen würden, man sie nur besser durchsetzen müsste. Vor allem müssen Provider gegenüber den Kunden transparent machen, in welcher Art und Weise sie den Internetverkehr handhaben.

Es dürfte trotzdem zu erwarten sein, dass das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen ist, da Comcast gegen Bittorrent erst der Anlass war, in dieser Sache den Workshop in Stanford durchzuführen.

( via BBC News )

 

  • 2 Kommentare zum Artikel
  • Tut er zu Recht... das Ganze mündet in ein Debakel.

    Kontrolltroll am 19.04.2008 02:07
  • zitat aus obrigem beitrag: "Momentan würde man beobachten können, wie Provider vermehrt versuchen, den Internetverkehr zu manipulieren, um eigenen Profit zu erhalten." im grunde bin ich ja immer für eine selbständige regelung, im sinne der natur der dinge. aber es giebt nicht umsonnst, und das finde ich auch richtig, so etwas wie monopolkommissionen/kartellämter weltweit. meiner persönlichen meinung nach müssten solchen ...

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