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11. September 2007

Netlabels Miete zahlen mit eigener Musik?

Täglich werden im Internet diverse neue Musikstücke von Netlabels und Musikern publiziert, die im Netz ihre selbst komponierten Tracks für lau anbieten. Zahllose mehr oder weniger bekannte Musiker und Gruppen stellen ihre digitale Kunst als Mp3 oder Ogg frei und kostenlos ins Netz. Aus der Berufung auch einen Beruf machen zu können bleibt leider oft ein Wunschtraum. Aber neben den fehlenden Einnahmen mangelt es oft auch an der nötigen Anerkennung. Gehyped werden möchten viele der Musiker nicht unbedingt. Aber zumindest möchten sie erreichen, dass ihre Musikstücke nicht im unüberschaubaren Web vollends untergehen.

Erst gestern wurde die Netlabel-Szene durch viele neue und gleichzeitig qualitativ hochwertige Veröffentlichungen bereichert. Der polnische Tranceartist Maxus stellte bei den externer Link in neuem Fenster folgtLiquid Skies Records seinen neuen Track Universe online. Seit der gestrigen Ankündigung auf externer Link in neuem Fenster folgtNoError, externer Link in neuem Fenster folgtBitfellas und externer Link in neuem Fenster folgtPouet wurde das Stück bisher ganze fünfzehn Mal herunter geladen. Solche Statistiken haben mit viralem Marketing natürlich nichts gemeinsam. "Show us your weak side", die neueste externer Link in neuem Fenster folgtVeröffentlichung vom Netlabel-Giganten Monotonik fand bislang immerhin über 800 Abnehmer. Auch die Net-Alben vom Label externer Link in neuem Fenster folgtThinner/Autoplate dürften weitaus mehr Fans erfreut haben, seine Miete kann man von den Downloadstatistiken allerdings nicht bezahlen. Das Netz-Album "Urlaub auf Balkonien" bietet beinahe eine Stunde Musik auf höchstem Niveau. Dem Autor Krill hat die Erstellung mit Sicherheit mindestens das zehnfache an Zeit gekostet. Außer erneut mit seinem guten Namen zu werben kann er sich davon aber nichts kaufen. Gesucht werden neue Konzepte für eine gute Promotion. Effektive PR-Arbeit, die nicht gleichzeitig streng nach Kommerz riecht und schmeckt.

Das mo. und das Marketing

Netlabel, thinner, autoplate, apl, freie Musik, ogg, mp3Der Kölner DJ, Autor und Journalist Moritz "mo" Sauer beklagte sich noch vor wenigen Tagen auf externer Link in neuem Fenster folgtPhlow.net über die fehlende Verbindung zwischen guter freier Musik und intelligent gemachter Vermarktung eben dieser.

"Wenn es um Arbeit geht, dann halte ich es wie die meisten Künstler und Netlabels: Ich schreibe lieber intensiv Texte als das ich mich um die Vermarktung meiner Produkte kümmere. Kunst ist mir einfach lieber als Marketing. Sie liegt mir näher und ich kann Anbiederung und Sich-Selbst-Verkaufen nicht leiden. Da schwingt immer unterschwellig etwas von Prostitution und schnödem Mammon mit. Ich wünsche mir lieber, wie der Prinz auf der Erbse entdeckt und belohnt zu werden. (...)

Wer morgen noch musizieren möchte, sollte sich heute um die Vermarktung kümmern. Wer nach seinem Studentendasein weiterhin Zeit für sein Netlabel haben möchte, der muss versuchen Geld für Betrieb, Künstler und Ausbau zu verdienen.
"

Gute Verwertungsmodelle werden dringend gesucht. Kostenlose Musik soll kostenlos bleiben. Wie aber sollen die aktiven Musiker am Ball bleiben wenn sie bis auf ein paar Cents von GoogleAds nie auch nur einen Euro mit ihrem Hobby verdienen können. Jeder noch so idealistische Freak lernt irgendwann die Frau seines Lebens kennen. Und mit dieser möchte er früher oder später sein eigenes „Nest“ bauen, Kinder und teure Wohnungseinrichtung inklusive. Und es ist andererseits sehr schade wenn wirklich talentierte Musiker die "Netlabelei" aufgeben weil sie keine Chance sehen, aus ihrem Hobby einen Job machen zu können. Moritz "mo" Sauer hat das Schlusswort inne:

"Ich weiss heute recht genau, wie man im Internet Aufmerksamkeit erzeugt, wie man sich eine gute Präsenz aufbaut. Das zeigen meine beiden externer Link in neuem Fenster folgtBücher. Die Antwort, wie man die eigene Website und die eigenen Inhalte zum Lebenserhalt ausbaut, steht dagegen jedoch noch offen im Raum."

Liquid Skies Records, Netlabel, DaFreak

  • Zitat: Zitat von synthor  das ist es eben was die meisten leute wollten Daran glaube ich nicht mehr, Deren Labels pushen die Verkaufszahlen durch Selbstkauf dementsprechend hoch damit ihre Künstler in den Charts erscheinen und dadurch erst bekannt werden. Die Masse hört ja sowieso nur das was ihnen vorgesetzt wird, da kann doch keiner wirklich zwischen guter und weniger guter Musik entscheiden.

  • auch schau dir doch mal die zielgruppe von dem ganzen dsds und popstarskram an...wenn die leute sowas nicht hören wollen würde es dieses format gar nicht mehr geben. @thom: danke. wo gibts denn was von dir zu hören?

    synthor am 25.09.2007 17:42
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