Das Bundesverfassungsgericht hat mit dem Urteil vom 4. Juli die Klage der neun Abgeordneten gegen deren Offenlegung der Einkünfte zurückgewiesen. Demnach müssen wie geplant die Angaben im Amtlichen Handbuch und auf den Internetseiten des Deutschen Bundestages nach dem Stufenmodell für die Bürger einsehbar sein. Die Parlamentarier offenbaren damit ihre Nebeneinkünfte neben ihren Diäten im Rahmen von 1000 bis 3500 Euro (Stufe 1), bis zu 7000 Euro (Stufe 2) und über 7000 Euro in Stufe 3. Dem Verein Mehr Demokratie e. V. geht das aber noch nicht weit genug. Sie fordern eine Nachbesserung des Gesetzes, damit die Bürger sich besser einen Überblick verschaffen können. Geschäftsführer von eigenen Unternehmen sind zwar Spitzenreiter der Liste, die wahren Topverdiener sind aber die Mitglieder von Aufsichts- oder Verwaltungsräten. Diese müssen ihre Einkünfte aber nur einmal jährlich deklarieren, was das Bild sehr verzerrt.
www.bundestag.de sind jetzt die Nebentätigkeiten aller 613 Abgeordneten im Netz verfügbar. Das
Bundesverfassungsgericht erklärte zuvor: Diese Offenlegung ist ein rechtmäßiger Eingriff in die Berufsfreiheit und die Unabhängigkeit des Abgeordnetenmandats. Also kein Verstoß gegen den Datenschutz. Nur wird diesmal nicht das Volk ausgespäht. Allerdings ließ die Offenlegung der Daten auf der offiziellen Internetseite lange auf sich warten. Man ließ verlautbaren, im Rechenzentrum des Bundestags wäre durch ein schmorendes Kabel ein Brand ausgebrochen. Böse Zungen behaupten, die entsprechenden weniger heißen Daten könnten daran keine Schuld tragen. Aufschlussreich und interessant ist es allemal: Wer hat am meisten Aufsichtsratsposten bedeutender Großkonzerne in seiner Trophäensammlung? Manche Bürgerinnen und Bürger fragten sich, verdienen Abgeordnete als MdB so wenig Geld und brauchen einen Zweitjob? Was man dort nachliest, bringt einen schon ins Grübeln. Haben Abgeordnete wirklich zu wenig zu tun?
Mehr Demokratie e.V. beklagt, dass es nach den jetzt veröffentlichen Angaben Spitzenreiter in der Liste gibt, die gar nicht die echten Spitzenverdiener sind. Allein für sein Mandat bei der deutschen Börse erhält Merz 100.000 Euro pro Jahr, für den Posten bei der IVG Immobilien AG 34.027,40 Euro pro Jahr und für seinen Sitz bei der Interseroth AG 30.000 Euro. Nur diese drei von seinen insgesamt acht Nebeneinkünften summieren sich schon auf 164.027,40 Euro. Damit ist Friedrich Merz unter den Nebenjobblern der wahre Topverdiener im Bundestag. In den MdB-Charts liegt er aber abgeschlagen auf Platz 18.
Dabei ist diese Liste ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Sieben deutsche Non Government Organisations (NGOs) begrüßten die Offenlegung: BUND, Campact, foodwatch, Germanwatch, Lobbycontrol, Mehr Demokratie und Transparency International Deutschland (TID). Letztere verlangt darüber hinaus noch mehr. In der "Neuen Presse" sagte TID-Chef Elshorst "Besser eine Regelung wie in den Niederlanden, wo jede Nebentätigkeit auf Heller und Pfennig genau angegeben wird." Ebenso hätten die EU oder skandinavische Länder seit Jahren schon schärfere Transparenzrichtlinien. In Großbritannien gibt es seit langer Zeit keinen Skandal um Nebeneinkünfte, seit die Daten für jedermann im Internet
einsehbar sind.
Mehr Demokratie sind nur fünf Prozent aller Abgeordneten die eigentlichen "Problemfälle", sie beziehen Nebeneinnahmen, die mindestens 50 Prozent ihrer Diäten betragen.
Datenschutz ist grundsätzlich ein sehr wichtiges Anliegen. Stellt sich nur die Frage, ob wir unsere Politikerinnen und Politiker für ihr Amt im Bundestag oder für die anderen Jobs gewählt haben. Wer in unserem Namen für uns Politik machen will, sollte auch bereit sein, im Detail aufzuzeigen, was er nebenher tut und wie viel Geld dies abwirft. Wenn jemand wie Friedrich Merz gegen dieses Vorhaben Protest eingelegt hat, erscheint dies im Hinblick auf seine zahlreichen Ämter und Einkünfte nicht weiter verwunderlich.
Das Bundesverfassungsgericht hat mit dem Urteil vom 4. Juli die Klage der neun Abgeordneten gegen deren Offenlegung der Einkünfte zurückgewiesen. Demnach müssen wie geplant die Angaben im Amtlichen Handbuch und auf den Internetseiten des Deutschen Bundestages nach dem Stufenmodell für die Bürger einsehbar sein. Die Parlamentarier offenbaren damit ihre Nebeneinkünfte neben ihren Diäten im Rahmen von 1000 bis 3500 Euro (Stufe 1), bis zu 7000 Euro ...
Zahlt denen einfach das Doppelte und verbietet Nebenverdienste . mfg
Hi, imho wäre es geschickter den Anteil der Abgeordneten einer Partei die Nebeneinkünfte beziehen zu nennen egen der Vergleichbarkeit, da die Anzahl der Abgeordneten der Parteien doch stark unterschiedlich sind: Außerdem könnte es sich bei den Zahlen im nächsten Satz um Prozentangaben die sich auf die Anzahl der Abgeordneten der Partei beziehen handeln, ist das Absicht?: (hoffe das ist verständlich ausgedrückt) "Bei der Linkspartei ...
ALTER SCHWEDE ! schaut euch mal die Nebeneinkünfte vom Westerwelle an http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_g...inkuenfte.html Der verdient sich ja dumm und dämlich