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20. Juli 2005

Nachträgliches zu Harry Potter vor eBooks wird gewarnt

Indessen wird eine weitaus zu kleine Auflage gedruckt

Von der Pottermanie mag man halten, was man will: dass in Xbox - und PS2 - Zeiten ein Buch derart wieder zum Lesen begeistern kann, ist jedoch mit Sicherheit mehr als erfreulich. Indessen zeigt sich im Rummel um den Zauberlehrling und seine Vermarktung wieder mehr als deutlich die Schitzophrenie der Verlage, welche offenbar nach wie vor unfähig dazu sind, sich auf das neue Medienzeitalter auch nur einigermaßen einzustellen. Selbst Autorin Rowling schätzt sowohl die Medienkompetenz ihrer Kundschaft wie auch die Liebe von Fans zu ihren Büchern komplett falsch ein. "Ihr solltet NIEMALS irgendwelchen Harry-Potter-eBooks trauen, die im Netz oder in Tauschbörsen zum Download angeboten werden", wird sie von Reuters zitiert, und fügte an, die Files könnten auch Viren und andere Schadsoftware enthalten. Indessen sind die über die gängigen Kanäle angebotenen eBooks in der Regel korrekturgelesen, um Scanfehler zu vermeiden, wie PDF-Files Viren verbreiten sollen, wird ebenso Rowlings Geheimnis bleiben.

Indessen wird einer der Anwälte von Rowlings Agenten, Christopher Little, mit den Worten zitiert, seine Firma würde gegen die Verbreitung vorgehen, es sei jedoch möglich, dass "einige unzulässige Kopien" wahrscheinlich durch ihr Netz gerutscht seien.

Nun wäre dies alles weniger erwähnenswert - die Potter-Bände verkaufen sich hervoragend, die Zweitverwertung über Film und Merchandising spült Unmengen an Geld in die Kassen der Industrie, welches die Fans nur allzu bereitwillig ausgeben. Stutzig macht nur ein Widerspruch, von dem heute die TP berichtet: dem Verlag Scolastic lagen zwar 18 Millionen Vorbestellungen vor, indessen hielt man es nur für nötig, die Kleinigkeit von 10,6 Millionen des neuen Bands zu drucken. Knappheit macht ein Buch interessant, so das Fazit des Artikels. Nur sollte man sich nicht wundern, wenn die kaufwillige Kundenschar bei knapper Auflage einen Blick ins Netz wirft.

Ein Verlag mit den Rechten an Harry Potter hat schlicht eine Gelddruckmaschine in der Hand. So existiert eine ergebene Fanschar, welche sich selbst an die Arbeit macht, innerhalb kürzester Zeit nach Erscheinen des Buches in Eigenregie eine Hörbuchfassung des Bands aus dem Boden zu stampfen oder eine selbsterstellte Übersetzung ins Deutsche zu schreiben. Es ist anzunehmen, dass bei dieser Gruppe von Fans spätestens zum Geburtstag oder zu Weihnachten ohnehin der sechste Band unter dem Christbaum liegt. Gekauft.

Indessen wird auch hier beobachtet, was in Musikbereich schon lange gang und gäbe ist: Fans werden nicht als Kundschaft betrachtet, sondern sind durch die Bank potentielle Kriminelle. Um die ungestörte Vermarktung zu garantieren, beschneidet man auch eben einmal das Recht der Bürger zu lesen, der folgende Boykottaufruf wird hingegen wohl niemanden der Nutznießer an der Pottermanie am Geldverdienen hindern. Weiter - auch die Übersetzug des sechsten Bands wird hinter verschlossenen Türen stattfinden. Auch eine Art, sich Publicity zu verscherzen und ausgerechnet jenen Menschen Knüppel zwischen die Beine zu werfen, die die Geschichten populär machten.

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