Nachbarschaftswache 2.0 in Großbritannien: Entwürfe zur Überwachung verschiedener sozialer Gruppen

gullinews am Donnerstag, 15.05.2008 18:19 Uhr

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Wer sich einmal auf Video gebannt haben möchte, reist nach England. In keinem anderen Land herrscht eine solche Dichte an Überwachungskameras, wie dort. Das Departement of Communites & Local Government geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie bieten einen "Wegweiser für Behörden zur Planung und Stimmungsüberwachung von sozialen Gruppen in Notfällen" an. Kurzum: Ein Tutorial wie man seine Bürger am besten überwacht und im Zaum hält, bevor sie revolutionäre Gedanken entwickeln.

Selbst wenn man es zuerst für einen Scherz hält. Dieser Wegweiser ist so real wie das Empire itself.

Er beinhaltet Hinweise für die Behörden, wie beispielsweise ihre Reaktion aussehen soll, wenn sie Differenzen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen feststellen. Der Vorschlag, den dieser Leitfaden hierbei aufzeigt, legt insbesondere nahe auf mehrfache Art verwendbare Teams einzusetzen, die die Stimmung der Bevölkerung überwachen, um etwaige Probleme bereits im Keim zu erkennen.Probleme sind inkohärentes - also nicht zusammenpassendes - Verhalten, zwischen verschiedenen sozialen Gruppen. Für Kohärenz, also Zusammengehörigkeit, gibt es nach diesen nationalen Richtlinien jedoch nur drei Ansatzpunkte.

Der Teil der Bevölkerung der glaubt, dass Menschen verschiedener Kulturen gut miteinander auskommen. Der, der sich seiner Nachbarschaft zugehörig fühlt, und schlussendlich jene, die in ständigen Interaktionen mit Nachbarn anderer Kulturkreise stehen.

Wer nicht auf eines dieser drei Punkte anspricht, verhält sich inkohärent und ist folglich würdig, "überwacht" zu werden, um ein schädliches Verhalten vorzubeugen.

Geschehen würde dies durch eine spezielle Gruppe von Personen, die aus Sozialarbeitern, Feuerwehrleuten, Gesundheitspersonal, Jugendarbeitern, Mitgliedern der Nachbarschaftswache usw. bestehen sollen. Kurzum aus allen Sektoren, wo mitunter ehrenamtlich als auch spirituell gearbeitet wird. Dieses Team soll jedoch nicht nur überwachen, es soll auch bestehende Datensätze analysieren und interpretieren. Dazu gehören unter anderem das Vorstrafenregister oder Überwachungsberichte. Auch Informationen die durch Befragung von Nachbarn oder Vereinen, in denen man Mitglied ist, dürfen eingeholt werden. Das Dokument selbst bezeichnet folgende Bereiche als relevante Informationen: Details zur Ankunft, Arbeitssuche, Asylbewerber, Mitglied der Sinti/Roma oder eines ähnlichen Volkes, Mitgliedschaft in einer Gang, Streitigkeiten mit Nachbarn, Ruhestörung und witzigerweise auch noch politischer Extremismus.

Wenn das Vorgehen durch dieses Dokument nicht als Stasi-gleich betrachtet werden kann, bedarf es für politischen Extremismus einer neuen Definition.

Ein kleiner Trost am Rande. Das Dokument legt fest, dass die erhobenen Daten so allgemein verfasst sein müssen, dass eine Identifizierung einzelner Personen nicht möglich ist. Wunschdenken im UK? Wir werden es hoffentlich nie erfahren, denn bis dato wurde diese Richtlinie nicht angewendet.

(Via the register, thx!)

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8 Reaktionen aus dem gulli:Board

McSnoop am 15.05.2008 22:50:31:
nicht wenn die Deutschen endlich den Arsch hochbekommen und den "Volksvertretern" mal endlich geschlossen zeigen wo der Frosch die Locken hat. *gg*...

Hirnblaehung am 16.05.2008 05:54:33:
Heil Island Monkeys ! Nieder mit allen was nicht in eure Reien passt ! danach können sie Auschwolonden aufmachen und dort alle inhaftieren ... mFg...

Project_2501 am 16.05.2008 13:55:13:
1984! Juhu! Big Brother is watching you!...

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