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22. September 2005

Nach WinMX auch eDonkey2000 und BearShare vor Problemen (Update)

Morpheus-CEO: P2P bleibt groß

Optimistisch gibt sich Michael Weiss, CEO von Morpheus: in sechs Monaten sei Filesharing "jenseits dessen, was es heute ist", und er dürfte recht behalten. Auch nach dem Napster-Close und den Schlägen gegen die großen BitTorrent - Trackerseiten Anfang diesen Jahres stieg der Filesharing-Gebrauch massiv an - mit anderen Programmen, über andere Seiten. Indessen ziehen die Cease and Desist - Aufforderungen der RIAA doch weitere Kreise und hinterlassen einiges Chaos in der Filesharingwelt.

Bereits gestern nahm WinMX seine Seite und einige zentrale Server aus dem Netz. Heute wird bekannt, dass ebenso das Büro von MetaMachine, ihres Zeichens Hersteller der eDonkey2000 - Software nicht mehr besetzt sei. Ein CEO eDonkeys sei für einen Kommentar nicht zu erreichen: Quellen aus der Industrie wussten, dass der Telefonanschluss ebenfalls abgestellt worden sei. Update: Wie Slyck in Erfahrung brachtem sind die Gerüchte zumindest um MetaMachine bzw. eDonkey2000 unzutreffend: in der Tat sei das Büro in New York nicht besetzt, dies sei jedoch schon seit fast einem Jahr der Fall - man betreibe die Geschäfte schon seit längerer Zeit von New Jersey aus.

Ebensowenig sind die Betreiber von Free Peers, Inc., die Hersteller von BearShare momentan zu erreichen. Einzig der bereits erwähnte CEO Morpheus', Weiss, gab eine Stellungnahme zu den Vorfällen ab. Er sei zuversichtlich, dass die Aktion der RIAA für Morpheus folgenlos bleibe, man könne durchaus nachweisen, dass man nicht zum Bruch von Urheberrechten animiere. Indessen machte er keine Angaben darüber, ob auch Morpheus unter den angeschriebenen Tauschbörsen war.

Die Filesharingwelt dürfte sich in der kommenden Zukunft verändern: weg von zentralen Services wie WinMX, und wohl auch weg von Closed-Source - Produkten wie die genannten Tauschbörsen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass entsprechende Maßnahmen der Rechteverwerter allenfalls Verlagerungen der User hin zu anderen Programmen, anderen Servern oder Seiten erzielen konnten: gebremst haben die rechtlichen Schritte das P2P - Aufkommen nie. The Register sieht gar eine goldene Ära des Freenetproject heraufziehen, wozu es jedoch trotz der Ankündigungen, das anonyme Tauschnetz schneller und effizienter zu machen, vorerst nicht kommen dürfte. Trotzdem: es sind einige Kandidaten für dezentrales, anonymisierendes Filesharing am Start, und möglicherweise bereitet die RIAA gerade den Weg zu einem anonymeren, schwerer kontrollierbareren Internet. Das wäre eine mehr als erfreuliche Nebenwirkung der jetzigen Aktionen.

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