gulli: MySpace und Co. zunehmend zur Verbrecherjagd eingesetzt: Aktenzeichen XY ungelöst via Web 2.0
05. Februar 2007

MySpace und Co. zunehmend zur Verbrecherjagd eingesetzt Aktenzeichen XY ungelöst via Web 2.0

Die Methoden, Kriminalfälle zu lösen, ändern sich ähnlich rapide, wie die Entwicklung der Technologie selbst voranschreitet. Aber aktuell keimt ein neuer und effektiver Trend zum Aufspüren von Kriminellen auf. Da viele potenzielle Zeugen erst gar nicht fernsehen, werden jenseits des großen Teiches viele Gesuche anstatt im TV in Social Networks wie Myspace.com veröffentlicht. Das Ziel ist es, mit den Online-Anfragen nach potenziellen Helfern ein möglichst großes Publikum zu erreichen.

Kein Verbrechen scheint in den USA von dieser Vorgehensweise sowohl von den Angehörigen der Opfer als von der Polizei selbst ausgenommen zu werden. Die Hilfesuchenden wenden sich an ihr Publikum zur Aufklärung von Mordfällen, Entführungen, Einbrüchen, Diebstählen - wirklich alles ist dabei. Dabei wird auch vor blutigen Live-Videos kein Halt gemacht. Die Verwandten eines im letzten Oktober ermordeten Arztes aus Chicago publizierten die Aufnahmen einer Überwachungskamera, die den mutmaßlichen Jugendlichen zeigten, der blutbesprengt aus dem Gebäude flüchtete. Der Sohn des Mordopfers erklärte seine Beweggründe, um auf diesem Weg die Aufmerksamkeit der Community auf diesen Fall zu lenken:

"Junge Leute zwischen 18 und 25 schauen sich wahrscheinlich nicht die Abendnachrichten im Fernsehen an oder lesen gar die Zeigung. Dieses Publikum befindet sich aber vermutlich im Internet - und sie alle haben einen eigenen MySpace Account."

Nachdem die Angehörigen auf Myspace eine Anzeige veröffentlichten, in der man 25.000 Dollar für Hinweise zur Ergreifung des Täters aussetzte, erhielt die Website mehr als 40.000 Hits in nur sechs Wochen. Die Polizei von Chicago hat bezüglich dieses Falles im Vergleich keinen einzigen Anruf und nur ein paar E-Mails erhalten, die aber letztendlich nicht zur Ergreifung des Täters geführt haben.

banner aus aktenzeichen xy ungelöst

Gerade wenn es um sexuelle Straftäter oder terroristische Organisationen geht, werden soziale Netzwerke wie MySpace seit langer Zeit von der Polizei überwacht. Der Trend geht aber in jedem Fall in die Richtung, diese riesigen Portale gezielt im Kampf gegen die Kriminalität einzusetzen. Vielleicht ist dies eine Möglichkeit, nach den jüngsten Negativschlagzeilen bezüglich der Gewaltvideos, gehackten Accounts und Pädophilen, die minderjährige Benutzerinnen über das Portal zu kontaktieren versuchten, häufiger im positiven Sinn in die Schlagzeilen zu geraten.

  • 3 Kommentare zum Artikel
  • Die Methoden, Kriminalfälle zu lösen, ändern sich ähnlich rapide, wie die Entwicklung der Technologie selbst voranschreitet. Aber aktuell keimt ein neuer und effektiver Trend zum Aufspüren von Kriminellen auf. Da viele potenzielle Zeugen erst gar nicht fernsehen, werden jenseits des großen Teiches viele Gesuche anstatt im TV in Social Networks wie Myspace.com veröffentlicht. Das Ziel ist es, mit den Online-Anfragen nach potenziellen Helfern ein ...

    gullinews am 05.02.2007 16:32
  • das halte ich jetzt ausnahmsweise mal für eine sinnvolle nutzung des internets zur auflkärung wirklicher verbrechen. ist doch besser als immer nur auf die armen filesharer loszugehn... damit appellieren die nämlich an die freiwilligkeit der user, den opfern zu helfen und den mörder/ vergewaltiger dingfest zu machen, bevor der evtl. noch jemanden killt oder vergewaltigt. dawird richtigen leuten geholfen und nicht den scheiß heuschrecken, die ...

    maxpayne2 am 05.02.2007 17:31
  • Ja, sehe ich auch so.

  • Zitat: Zitat von maxpayne2 das halte ich jetzt ausnahmsweise mal für eine sinnvolle nutzung des internets zur auflkärung wirklicher verbrechen. ist doch besser als immer nur auf die armen filesharer loszugehn... damit appellieren die nämlich an die freiwilligkeit der user, den opfern zu helfen und den mörder/ vergewaltiger dingfest zu machen, bevor der evtl. noch jemanden killt oder vergewaltigt. dawird richtigen ...

    Wandang am 06.02.2007 01:31

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