gullinews am Montag, 01.09.2008 17:12 Uhr
Anderson war während seiner aktiven "Hacker-Karriere" unter dem Nicknamen Lord Flathead bekannt. Sein bekanntester Coup weist gewisse Ähnlichkeiten zu dem damals erschienen Film "War Games" auf. Anderson bediente sich für seinen Angriff gegen das Kreditinstitut einem damals einfach gestricktem Programm. Die Applikation hat so lange bei diversen Telefonnummern angerufen, bis es von einem Modem eine Antwort erhielt. Im Regelfall handelte es um unixähnliche Betriebssysteme, bei denen häufig ein schwacher oder kein Passwortschutz verwendet wurde. Nachdem diese geringfügige Sicherheitslücke überwunden war, hatte jeder Angreifer vielfältige Möglichkeiten, seinen Wissensdrang zu stillen.
Die New York Times hat in diesem Zusammenhang im Oktober 1985 einen aufschlussreichen Artikel veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass Lord Flathead aka Tom Anderson im Alter von 14 Jahren der Anführer einer Black-Hat Hackergruppe gewesen sei. Im Juli 1985 soll sich Anderson dann Zugriff auf ein DEC VAX Computersystem der Chase Manhattan Bank verschafft haben. Angeblich soll er mehr als 40 Freunde über seine genaue Vorgehensweise unterrichtet haben.
Nachdem Anderson wohl eher zufällig auf das korrekte Passwort des DEC VAX gestoßen ist, hat er zwei weitere Kennwörter des Systems verändert und somit die Mitarbeiter der Bank vom System ausgesperrt. Lord Flathead soll damals auch ein Erpresserschreiben auf dem Computer hinterlegt haben. Darin drohte er mit der Löschung aller Aufzeichnungen, falls ihm der ungehinderte Umgang mit dem System verweigert werden sollte.
Da sich das Kreditinstitut mit seinen eigenen Mitteln offenbar nicht mehr zu helfen wusste, wurde das FBI über den Sachverhalt informiert. Die US-Ermittlungsbehörde ist umgehend tätig geworden und hat eine Fangschaltung im Computersystem eingebaut. Dabei konnten 23 Anrufe aus der Region von San Diego ausfindig gemacht werden. Bei der großräumig angeordneten Razzia wurden insgesamt 25 Computer von Anderson und seinem Hacker-Gefolge beschlagnahmt. Damit geht der Fall von Lord Flathead und seinen Freunden in die Geschichte der größten FBI-Razzien in Kalifornien ein. Das FBI äußerte gegenüber der Presse, dass zunächst keine jugendlichen Computer-Freaks hinter dem Angriff erwartet wurden, sondern erfahrene Cyberkriminelle. Nach diesem für ihn vermutlich abschreckenden Vorfall hat Tom Anderson die Finger von fremden Computersystemen gelassen - zumindest drang diesbezüglich nichts mehr an die Öffentlichkeit. (gS-)
(via theinquirer.net - Bildquelle: techcrunch.com, thx!)
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gS- am 01.09.2008 17:15:20: |
the_ice_power am 01.09.2008 17:47:16: |
-ZiGGY- am 01.09.2008 19:12:26: |