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01. April 2005

Musikindustrie und Strafverfolger entwickeln Piraten-Notebook

Beschlagnahmte Ware lieferte zahlreiche technische Inspirationen

Hackbook
Das Hackbook

Eine bislang einzigartige Kooperation von Ermittlern, Musik- und Filmindustrie und Hardwareherstellern mündete nun in der Entwicklung eines Notebooks, welches die Vorzüge der innovativen Technologie, die Filesharer und Hacker gebrauchen, auch für die breite Masse verfügbar macht. Im Rahmen verschiedener Ermittlungsverfahren und Razzien seien die Rechteverwerter auf zahlreiche bahnbrechende Technikentwicklungen gestoßen, die nun dem Markt nicht weiter vorenthalten werden sollen.

Hervorstechendstes Merkmal ist die revolutionäre Festplattentechnologie: mit 40 TB Speicherplatz setzt sie nicht nur im Notebookbereich völlig neue Maßstäbe. Musik und Filme im Wert von bis zu 50 Millionen Dollar lassen sich so auf einem einzigen Notebook speichern. Weiterhin wird ermöglicht, unauffällig Daten im zweistelligen Terabytebereich in Rechenzentren zu schmuggeln und dort zu hosten, ohne dass dies von den Betreibern bemerkt wird.

Zum Standard-Gigabit-Ethernet gesellt sich moderne WLan-Unterstützung. Der Wardriver von Welt wird sich über innovative Softwarelösungen freuen, die bei der Nutzung öffentlicher Hotspots automatisch versucht, auf die Rechner im Hotspot einzubrechen. "Damit wird die Nutzung öffentlich zugänglicher Hotspots ebenfalls automatisch strafbar", so ein anonym bleiben wollender Ermittler der Polizei Paderborn. Aufwändige Konstruktionen strafbarer Tatbestände würden entfallen, die Angriffe würden automatisch mitgeloggt. Die Einsparpotentiale für die Gerichte und Staatsanwaltschaften würden sich im "mehrstelligen Millionenbereich" bewegen, so der Ermittler weiter.

Technisch am aufwändigsten musste eine elegante Filesharinglösung umgesetzt werden, die nicht nur in die bekannten Netze connecten kann (in der Standardkonfiguration werden eDonkey, FastTrack, Bittorrent, Gnutella und Soulseek unterstützt), sondern in der Lage ist, automatisch Lizenzinformationen der heruntergeladenen Dateien zu erkennen und unmittelbar nach dem Download zu löschen. Erst die so bereinigten Files werden wiederum zum Download angeboten, womit praktisch jede Tauschbörsennutzung illegal wird: "Es war uns schon lange ein Dorn im Auge, dass wir den legalen Einsatz beispielsweise des BitTorrent-Netzwerkes nicht rechtlich belangen konnten", so ein Sprecher der MPAA. Mit der neuen Software würde nun endlich auch die Verbreitung einer Linux-Iso zum Lizenzverstoß. Ein Vertreter der IFPI dazu: "Es ist eine unverständliche und dem Bürger nicht vermittelbare rechtliche Inkonsistenz, dass für Leermedien wie CDs pauschal Abgaben erhoben werden, auch wenn die CDs nicht zum Kopieren von urheberrechtlich geschütztem Material verwendet werden. Mit der Universalkriminalisierung der Tauschbörsennutzung sind wir einer Vereinheitlichung der Abgabebestimmungen einen großen Schritt nähergekommen." Einen gemeinsamen Entwurf zu einer Pauschalabgabenrichtline für Internetdownloads hätten IFPI und VG Wort bereits der EU-Kommission vorgelegt.
Eine hervorragende Performance boten die Clients beim Test - was unter anderem daran liegt, dass sie hardwareseitig realisiert wurden. Softwareclients wären nicht in Frage gekommen, da diese "zu leicht zu modifizieren seien" und die User damit ihre Kriminalisierung leicht hätten verhindern können. Wegen möglicher Hardwaremodifikationen ist das Herstellerkonsortium unbesorgt: "Die lassen wir verbieten", so ein Sprecher der Entwicklungsabteilung.

Preis und endgültiges Erscheinungsdaten des Modells stehen noch nicht fest, man will dabei aber auf die Kunden zugehen. Der IFPI-Sprecher dazu: "Unsere Klientel kann sich Hochpreisgeräte in der Regel nicht leisten. Darüberhinaus wollen wir Zeichen setzen dahingehend, dass wir nicht nur Geldstrafen von unserer Kundschaft einklagen, sondern im Zuge der Pirateriebekämpfung von unserer Beute auch etwas zurückgeben wollen".

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