gulli: Musikerverband: Schützt uns vor unseren Interessensvertretern!
26. April 2006

Musikerverband Schützt uns vor unseren Interessensvertretern!

Die Interessen der Musiker vertreten die Verwertergesellschaften nach Ansicht vieler Künstler nicht mehr. Der Protest wächst ständig. Dutzende von Grammys und Millionen verkaufter Alben wirft nun die Canadian Music Creators Coalition in die Wagschale. Ihre Interessen würden von den angeblichen Interessensvertretern nicht nur totgeschwiegen. Vielmehr seien sie auf gesetzlichen Schutz vor jenen Gruppen angewiesen, durch die sie ausgebeutet werden.

Unter den Gründungsmitgliedern befinden sich namhafte Künstler mit einem beeindruckenden Portfolio an Alben und Preisen. Die Barenaked Ladies, Avril Lavigne, Sarah McLachlan, Chantal Kreviazuk, Sum 41, Stars, Raine Maida (Our Lady Peace), Dave Bidini (Rheostatics), Billy Talent, John K. Samson (Weakerthans), Broken Social Scene, Sloan, Andrew Cash und Bob Wiseman (Blue Rodeo) haben anläßlich des heutigen "World Intellectual Property Day" klargestellt, dass sie weder von den Rechteverwertern noch von der Politik ihre Interessen vertreten sehen.

Konkret wenden sich die Künstler gegen die massenhafte Kriminalisierung ihrer Fans, welche Musik tauschen, gegen das überbordende DRM auf verkauften Medien sowie die fehlende Unterstützung der Künstler durch die Legislative, welche einseitig den Rechteverwertern entgegenkommt, ohne die Interessen der Musiker zu berücksichtigen.

"Wir sind diejenigen, die die Musik machen. Ohne uns gäbe es keine Musik, die mit Copyrightgesetzen geschützt werden soll", so die Künstler, die in der Klagewelle der Labels die größte Gefahr für ihren Erfolg sehen, mitnichten im Musiktausch im Netz und auf den Schulhöfen. Tauschende Fans seien keine Kriminellen, der Tausch finde bereits seit Jahrzehnten statt, und während sich die technischen Grundlagen dafür geändert hätten, sei ein Sachverhalt konstant geblieben: dass der Tausch die Karrieren der Künstler fördert.

Die Industrielobbyisten behaupten zwar, die Interessen der Künstler zu vertreten, so die Organisation. Tatsächlich liegt ihr Interesse nicht darin, die Werke der Künstler zu schützen, sondern das Copyright von den Künstlern zu übernehmen. Die Maßnahmen, welche zur Durchsetzung dieser Copyrights aktuell angewendet werden, seien mitnichten dem Interesse der Musiker, sondern ausschließlich dem der Anteilseigner der großen Labels geschuldet.

Die Plattenfirmen und Verleger seien nicht ihre Feinde, so die Erklärung der Künstler. Das muss man in der Tat explizit hinzufügen. Sonst käme man kaum von selbst darauf.

  • 8 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von David Draiman (Disturbed) Instead of spending all this money litigating against kids who are the people they're trying to sell things to in the first place, they have to learn how to effectively use the Internet. For the artists, my ass... I didn't ask them to protect me, and I don't want their protection. ....

  • Also ich glaube zwar persönlich nicht dran das sich in drei vier Jahren mal was ändert.aber Glauben ist nicht Wissen. Der Widerstand wird aber grösser und das freut einen dann doch. Das gibt einen Hoffnung,und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber da müssen unsere Politiker die Gesetze auch über Bord werfenund das wachsende Interesse der Künstler berücksichtigen

    lohmeier am 28.04.2006 13:19

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