"Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen", lautet die Analyse von Dieter Gorny - Messegründer und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie.
Der Branchenverband versucht durch die Absage der Popkomm, welche vom 16.-18. September 2009 stattfinden sollte, nun Druck auf die Politik auszuüben. "Die digitale Krise schlägt voll auf die Musikwirtschaft durch." Die Politik soll sich vermehrt der Bekämpfung von Piraterie annehmen. Andere mögliche Gründe sieht man nicht. Eine kleine Hilfestellung: Gründe könnten auch antiquierte Geschäftsmodelle und eine Verlagerung des Marktes in neue Medien sein. Wenn nichts mehr geht, soll die Politik helfen - Marktwirtschaft sieht anders aus. Piraterie und "Diebstahl geistigen Eigentums" hat wie immer Schuld.
Seit über 15 Jahren schon sucht die Musikindustrie imaginäre Feindbilder, denen sie ihren Schwarzen Peter zustecken können. Nun soll die Piraterie, und somit indirekt das Internet, nicht nur Schuld an mäßigen Tonträgerverkäufen haben, sondern auch dafür verantwortlich sein, dass eine Fachbesuchermesse ausfällt.
Es wäre übertreiben zu sagen, dass man sich vonseiten der Popkomm optimistisch zeigt, jedoch spricht man davon, dass lediglich ein Jahr pausiert wird. 2010 soll die Popkomm dann wieder stattfinden. Unterdessen macht die Musikmesse Frankfurt auf sich aufmerksam. Veranstalter Marek Lieberberg sagte, dass das Aus für die Popkomm eine lediglich Frage der Zeit gewesen sei. Das Konzept wäre "limitiert" und zu stark auf den Tonträgermarkt fixiert. "Man darf einen Branchentreff nicht beschränken, er muss alle wichtigen Elemente vereinen", sagte er und schlägt vor, die Musikmesse Frankfurt zu einer neuen zentralen Messe in Deutschland auszubauen. (020200)
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titus_shg am 20.06.2009 14:18:02: |
BigSwifty am 24.06.2009 21:15:05: |
Sonnentier am 24.06.2009 21:43:12: |